Montag, 5. Juli 2021: Erpressungssoftware in 17 Ländern aufgetaucht; EU-Kommission wagt Vorstoß für Kerosinsteuer; Le Pen als Parteichefin wiedergewählt, ruft Anhänger zum Kampf gegen Macron auf

⊂ EUROPA ⊃

Erpressungssoftware in 17 Ländern aufgetaucht: Nach einem massiven Hackerangriff auf Unternehmen weltweit ist das genaue Ausmaß nach wie vor nicht abzuschätzen. Experten gehen davon aus, dass es eine der umfangreichsten sogenannten Ransomware-Attacken überhaupt gewesen sein könnte. Die IT-Sicherheitsfirma Huntress sprach von mehr als 1000 Unternehmen, bei denen Systeme verschlüsselt worden seien. Die meisten davon seien kleine und mittelgroße Unternehmen. Nach Angaben des Bundesamts für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) wurden auch Tausende Computer in Deutschland angegriffen. In Schweden konnten am Samstag die meisten der etwa 800 Supermärkte der Kette Coop nicht öffnen, weil die Kassen nicht funktionierten, wie der Sender SVT berichtete. Die staatliche schwedische Eisenbahn und eine große Apothekenkette waren ebenfalls betroffen. IT-Sicherheitsexperten hatten die Attacke anhand des Software-Codes der Hackergruppe REvil zugeordnet, die in Russland verortet wird.
tagesschau.de, handelsblatt.com, de.euronews.com

EU-Kommission wagt Vorstoß für Kerosinsteuer: Die Staaten sollen verpflichtet werden, die europäischen Mindeststeuern für Energie auch auf Kerosin anzuwenden. Das soll aber nur für innereuropäische Flüge gelten. Zudem soll die Kerosinsteuer schrittweise über einen Zeitraum von zehn Jahren eingeführt werden. Mit ihrem „Fit for 55“-Klimapaket will die Europäische Kommission neue Regeln für die Energiesteuern vorschlagen und den Luftverkehr in die Pflicht nehmen. Das geht aus einem Entwurf hervor, der der FAZ vorliegt. Das Maßnahmenpaket wird die Kommission am 14. Juli vorschlagen, um das Ziel zu erreichen, die EU-Treibhausgasemissionen bis 2030 um 55 Prozent gegenüber 1990 zu senken.
faz.net, handelsblatt.com

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Globalisierung, Big Data, Datenbewirtschaftung – gelingt die digitale Transformation? Die Corona-Krise hat den deutschen Digitalisierungsbedarf in den Fokus gerückt. Nicht nur öffentliche Einrichtungen sind davon betroffen, auch der Mittelstand hat einiges nachzuholen. Das merkten viele Unternehmen als der Lockdown ihnen die Zeit verschaffte, sämtliche Geschäftsprozesse zu hinterfragen. Christoph Tönsgerlemann, Vorstand der ETL Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, begleitet den Mittelstand bei den Digitalisierungs- und Modernisierungsvorhaben, die jetzt dringend anstehen. Um den Unternehmen dabei zur Seite zu stehen, beleuchtet ETL WP stets den Digitalisierungsgrad; und ermöglicht den Wirtschaftsprüfern, selbst wichtige Impulse zu geben und dem Mittelstand mit realistischen Plänen und Zielen zur Seite zu stehen.
youtube.com (Talk mit Christoph Tönsgerlemann)

EZB will kommende Woche über ihr neues Inflationsziel sprechen: Im EZB-Rat, dem obersten Gremium der Europäischen Zentralbank, scheint sich eine Einigung über das künftige Inflationsziel der Notenbank abzuzeichnen. In der kommenden Woche gibt es dazu eine Sitzung, wie aus Teilnehmerkreisen zu erfahren war. Aus „unter, aber nahe 2 Prozent“ soll ein schlichtes Inflationsziel von 2 Prozent werden, das dann aber „symme­trisch“ angewendet wird: Die Notenbank soll ein Unterschreiten genauso energisch bekämpfen wie ein Überschießen. EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel sagte in einem Interview, Umsetzung und Kommunikation eines echten Durchschnitts-Inflationsziels seien schwierig. Zudem sei unklar, welchen Zeitraum man für die Durchschnittsberechnung nehmen sollte. Sie sei da skeptisch. Aus dem EZB-Rat hörte man, es sei ein wichtiges Anliegen von EZB-Präsidentin Christine Lagarde, jetzt ein einfacheres und für alle verständlicheres Inflationsziel als „unter, aber nahe 2 Prozent“ zu bekommen. Da wäre ein Ziel mit einer Durchschnitts-Inflation vielleicht keine so gute Idee, wird argumentiert. Der niederländische Zentralbankpräsident Klaas Knot hat vor einer Unterschätzung der Inflationsrisiken gewarnt.
faz.net, faz.net

Brexit-Tagebuch: Barnier veröffentlicht seine Notizen: Sechs Monate nach dem Ende seiner Amtszeit als Brexit-Verhandlungschef der EU hat Michel Barnier Bilanz gezogen. In einem Interview mit euronews sprach er über seine Erlebnisse und Eindrücke. Anlass ist die Veröffentlichung seines Tagebuchs zum Brexit: ein Buch über 1600 Tage langes Tauziehen mit vielen Höhen und Tiefen.
de.euronews.com

Biden will Gutmann als Botschafterin in Berlin: US-Präsident Joe Biden hat die geplante Neubesetzung des Botschafterpostens in Deutschland bestätigt. Die Politikwissenschaftlerin Amy Gutmann soll die diplomatische Vertretung in Berlin künftig leiten. Die 71-jährige Präsidentin der renommierten Pennsylvania University mit deutsch-jüdischen Wurzeln wäre die erste Frau auf dem Posten. Die am Freitag offiziell angekündigte Personalie war bereits vor einigen Tagen durchgesickert. Gutmann steht für einen ganz anderen Stil als der vorherige Botschafter: Der Trump-treue Richard Grenell galt als aggressiv und impulsiv.
faz.net, dw.com

EU-Gelder fließen: Slowenien legt Kontrolloren Steine in Weg orf.at
Geld: Dies sind die reichsten und ärmsten Länder der EU cnbc.com
Myanmar: 25 Tote bei Protesten faz.net
Chile: Ausarbeitung einer neuen Verfassung hat am Sonntag von Tumulten begleitet begonnen stern.de
Brasilien: Tausende demonstrieren gegen Präsident Bolsonaro de.euronews.com

⊂ ZITAT DES TAGES ⊃

Sich nicht impfen zu lassen, ist rücksichtslos und unsozial.
Margrethe Vestager, Vizepräsidentin der EU-Kommission, warnt vor „ausländischen Akteuren, die unsere Gesellschaften destabilisieren wollen“. Berichte darüber, dass es gefährlich sei, sich impfen zu lassen, würden „gezielt gestreut“.
welt.de

⊂ LÄNDER ⊃

Le Pen als Parteichefin wiedergewählt, ruft Anhänger zum Kampf gegen Macron auf: Beim Parteitag der rechtspopulistischen Partei Rassemblement National (RN) in Frankreich ist die amtierende Parteichefin Marine Le Pen wiedergewählt worden. Sie erhielt 98 Prozent der Stimmen. In ihrer Rede betonte sie, sie wolle an ihrem Kurs festhalten: „Wir kehren nicht zum Front National zurück“, sagte Le Pen in Perpignan. Sie wolle die Partei weiterhin „allen politischen Kräften öffnen“. Mit ihrer sogenannten „Normalisierungsstrategie“ ist die 52-Jährige seit Jahren bemüht, sich vom rechtsextremen Erbe ihres Vaters Jean-Marie Le Pen zu distanzieren und den RN als bürgerliche politische Kraft zu etablieren. In Perpignan warf Le Pen der Mitte-Regierung von Präsident Emmanuel Macron unter anderem vor, die französische Rüstungsindustrie in Partnerschaften mit Deutschland einzubringen und damit zu verscherbeln. Sie griff auch Macrons locker geführtes Ratespiel mit zwei Youtubern im Élyséepalast an. Der RN, die Fidesz-Partei von Ungarns Regierungschef Victor Orban und andere rechte Parteien haben am Freitag eine gemeinsame Erklärung zur Vorbereitung eines großen Bündnisses im EU-Parlament veröffentlicht. Es handele sich um den ersten Stein für den Aufbau einer Allianz, um Europa zu reformieren, betonten die 16 beteiligten Parteien in der Erklärung.
tagesschau.de, tagesspiegel.de (Parteitag); n-tv.de (Bündnis)

Offene Nachtclubs in Österreich, Griechischer Regierungschef lehnt Lockdown ab, Bulgarien erwägt Anreize für Impfunwillige: In Österreich haben seit diesem Wochenende nach über einem Jahr wieder Nachtclubs geöffnet. Eine Maske muss drinnen niemand tragen. Allerdings dürfen nur Gäste feiern, die geimpft oder genesen sind oder gerade getestet wurden. In Katalonien ist die Zahl der Corona-Neuinfektionen zuletzt wieder stark gestiegen. Die Regierung hatte im Juni viele Beschränkungen des öffentlichen Lebens zurückgenommen, aber gleichzeitig die Menschen aufgefordert, vorsichtig zu sein. Griechenland werde seine Wirtschaft nicht für eine ungeimpfte Minderheit erneut vollständig herunterfahren, sagte Regierungschef Kyriakos Mitsotakis der Zeitung „Kathimerini“. Anders als bei früheren Lockdowns gebe es jetzt Impfstoffe. Er könne Impfungen nicht zur Pflicht machen. Bulgarien erwägt Anreize, um seine Bürgerinnen und Bürger zu ermuntern, sich impfen zu lassen. Es solle aber niemand dazu gezwungen werden, sagte Übergangsministerpräsident Stefan Janew. Frankreichs Gesundheitsminister Olivier Véran appellierte an die Franzosen, sich so schnell wie möglich gegen Covid-19 impfen zu lassen. Luxemburgs Premierminister Xavier Bettel hat sich nach seiner Covid-19-Erkrankung für weitere Tests und Analysen in ein Krankenhaus begeben.
de.euronews.com (Österreich, Katalonien); tagesspiegel.de (Griechenland, Bulgarien); tagesschau.de (Frankreich); wort.lu (Luxemburg)

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Warum Sie jetzt Ihren Plan B in der Tasche haben sollten: Am 26. September 2021 wird ein neuer Bundestag gewählt, als neue Bundesregierung sind alle möglichen Farbspiele denkbar. Unternehmerinnen und Unternehmer schauen voraus und investieren bereits heute in ein eigenes Unternehmen, eine Niederlassung oder eigene Immobilien in Belgien oder Luxemburg. Suchen Sie nach deutschsprachiger Unterstützung zur Realisierung Ihres Plan B zur Zukunftssicherung? Wir helfen Ihnen. Ernst Seemann GmbH, Handelshaus seit 1925. www.seemann.be – Telefon aus Deutschland: 0800-8077200.

Flüchtlinge via Belarus: Litauen erklärt Notstand: Die litauische Regierung hat am Freitag als Reaktion auf die neuerlich gestiegene Anzahl von illegal über die Grenze aus Belarus ins Land gekommener Flüchtlinge den landesweiten Notstand ausgerufen. Innenministern Agne Bilotaite wurde mit der operativen Leitung der zu treffenden Maßnahmen betraut. Am Sonntag meldete Litauen, dass in den letzten 24 Stunden 160 illegale, aus Belarus kommende Migranten festgenommen wurden. Die EU Kommission hat Litauen Frontex-Unterstützung zugesagt. Der belarussische Machthaber Alexander Lukaschenko hat gerade wieder erklärt, Migranten Richtung Litauen nicht aufhalten zu wollen. Litauische Beamte spekulieren, Belarus unterstütze den Menschenhandel sogar: in Minsk kommen wöchentlich mehrere Flüge aus dem Irak und der Türkei an.
orf.at, de.euronews.com

Rumänische Erdöl-Raffinerie fliegt in die Luft: In Rumänien ist am Freitag eine Erdöl-Raffinerie am Schwarzen Meer in die Luft geflogen – vor den Augen entsetzter Besucher:innen an einem nahegelegenen Strand. Ein Arbeiter ist bei der Explosion ums Leben gekommen, fünf weitere wurden verletzt. Das berichteten rumänische Medien unter Berufung auf die Behörden.
mopo.de

Regierungskrise in Schweden: Löfven erhält eine neue Chance: Schwedens Ministerpräsident Stefan Löfven bekommt nach dem Misstrauensvotum gegen ihn eine neue Chance, eine Regierung zu bilden. Der Präsident des Reichstags, Andreas Norlén, beauftragte den Chef der Sozialdemokraten, Sondierungsgespräche mit anderen Parteien zu führen. Löfven hat bis diesen Montag Zeit, Norlén über seine Pläne zu informieren.
tagesschau.de

Vier Tote bei Waldbrand auf Zypern: Mindestens vier Menschen sind bei einem großen Waldbrand auf Zypern am Wochenende ums Leben gekommen. Mittlerweile habe die Feuerwehr die Flammen weitgehend unter Kontrolle gebracht, sagte am Sonntagmittag der zyprische Staatspräsident Nikos Anastasiades bei einem Besuch des Einsatzzentrums in der Ortschaft Skarinou. Mehr als 55 Quadratkilometer Wald, Busch und landwirtschaftliche Flächen seien zerstört worden. Es handele sich um die schlimmste Katastrophe auf der Insel seit Jahrzehnten. Ein 67-jähriger Mann wurde in Gewahrsam genommen, der im Verdacht steht, das Feuer verursacht zu haben. Medienberichten zufolge soll er Gartenabfälle verbrannt haben. Der EU-Kommissar für Krisenhilfe, Janez Lenarcic, teilte bei Twitter mit, dass Griechenland und Italien Flugzeuge zur Unterstützung schicken würden. Auch Israels Ministerpräsident Naftali Bennett kündigte an, zwei Löschflugzeuge zu schicken, die am Sonntag eintreffen sollten.
rnd.de, stern.de

Frankreich: Ehemaliger französischer Premierminister Fillon tritt in den Vorstand einer russischen Ölgesellschaft ein politico.eu
Portugal: Premierminister Costa kritisiert Entscheidung Deutschlands, Reisen aus Portugal einzuschränken politico.eu
Spanien: „Orgullo LGTBI“ in Madrid feiert Gleichstellung von Trans-Personen de.euronews.com
Italien: Rezepte gegen Landflucht de.euronews.com
Kroatien: Urlaub beginnt mit Stau und Kontrollen de.euronews.com

⊂ POLITJOBS ⊃

Der SPD-Landesverband Rheinland-Pfalz sucht eine:n Referent:in (m/w/d)+++GIZ sucht eine:n Berater:in Risiko- und Krisenkommunikation, Community Awareness (m/w/d)+++Die Deutsche Post DHL Group sucht eine:n Praktikant:in Unternehmenslobbying/ Public Affairs (m/w/d)+++The Innovation in Politics Institute is looking for a Project Manager (m/f/d)+++Das Verbindungsbüro Kärnten in Brüssel sucht eine:n Referent:in für Kommunikation und Organisation (m/w/d)+++GIZ sucht eine:n Junior-Berater:in Internationaler Markthochlauf von Power-to-X und Grünem Wasserstoff (m/w/d)+++Die CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft sucht eine wissenschaftliche Referentin / einen wissenschaftlichen Referenten für die Themenbereiche Verkehr und Stadtentwicklung (m/w/d)+++Der Biogasrat sucht eine:n Geschäftsführer:in (m/w/d)+++Global Bridges is looking for a Program Assistant (m/f/d)+++S-Kreditpartner sucht eine:n Werkstudent:in (m/w/d) Kommunikation – Schwerpunkt Social & Digital Content+++Der Verband öffentlicher Versicherer sucht eine:n Praktikant:in (m/w/d) EU-Interessenvertretung+++Die Staatskanzlei Brandenburg sucht eine:n Redenschreiber:in (m/w/d)+++Der CDU Landesverband Hamburg sucht einen PR- und Organisationsreferent (m/w/d)+++ifok sucht eine:n Fellow (m/w/d) | Themenfeld Infrastruktur+++Mittelstand BVMW sucht Junior-/Referent:in VWL – Schwerpunkt Digitalisierung und Tourismus (m/w/d)+++PIVOT Regulatory sucht eine:n Senior Consultant Economics & Policies (m/w/d)+++DATABUND sucht eine:n Referent:in (m/w/d)+++Portland is looking for a Consultant (m/f/d)+++Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer sucht eine:n Referent:in Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit (w/m/d)+++Bitkom sucht eine:n Referent:in Mobilität & Logistik (m/w/d)+++nymoen und conenergy suchen eine:n Senior Consultant (w/m/d) Politik+++Mittelstand BVMW sucht eine:n Junior-/Referent:in VWL – Schwerpunkt Steuern und Finanzen (m/w/d)+++Weitere Jobs auf politjobs.de +++ Keinen Job mehr verpassen mit dem politjobs.de job alert +++

⊂ ZULETZT ⊃

Corona-Verstöße: 52 Fans durften bei EM-Viertelfinale nicht ins Stadion: Wegen Verstößen gegen Corona-Auflagen durften 52 Fußballfans am Samstag nicht das EM-Viertelfinale zwischen England und der Ukraine (4:0) in Rom besuchen. Die italienische Polizei teilte am Sonntag mit, die Anhänger hätten die vorgeschriebene Quarantänezeit von fünf Tagen nicht eingehalten.
krone.at

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