Montag, 2. August 2021: Erzwungenes Olympiaaus für Sportlerin aus Belarus, Westliche Staaten machen Iran verantwortlich für Angriff auf Tanker, Proteste gegen Corona-Regeln in mehreren Ländern

⊂ EUROPA ⊃

Erzwungenes Olympiaaus für Sportlerin aus Belarus: Nach kritischen Äußerungen über belarussische Sportfunktionäre sollte die belarussische Leichtathletin Kristina Timanowskaja nach Einschätzung der Opposition von den autoritären Behörden ihres Landes aus Tokio entführt werden. Sie sollte gegen ihren Willen aus Japan ausgeflogen werden, sagte Timanowskaja in einem Video, das die oppositionelle belarussische Athletenvertretung Belarusian Sport Solidarity Foundation (BSSF) am Sonntag veröffentlichte. Später teilte Timanowskaja mit, sie stehe mittlerweile unter dem Schutz der japanischen Polizei und müsse das Land vorerst nicht verlassen. Medien berichteten, die Sportlerin werde vor Ort von einem Anwalt beraten, der auf Flüchtlingsrecht spezialisiert sei. Nach BSSF-Angaben will Timanowskaja in Europa Asyl beantragen. Das Belarussische Olympische Komitee (NOK) hatte auf Telegram erklärt, die Athletin sei von einem Arzt untersucht worden und werde wegen ihrer emotional-psychischen Verfassung nicht an weiteren Wettkämpfen teilnehmen. Timanowskaja bezeichnete das auf Instagram als Lüge. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) teilte auf Anfrage mit, es beobachte den Fall und habe das NOK um Aufklärung gebeten. Die belarussische Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja begrüßte die schnelle IOC-Reaktion.
tagesspiegel.de, faz.net, zeit.de

Westliche Staaten machen Iran verantwortlich für Angriff auf Tanker: Israel, die USA und Großbritannien haben den Iran direkt für den Drohnenangriff auf einen Öltanker vor der Küste Omans verantwortlich gemacht. Der israelische Ministerpräsident Naftali Bennett sagte am Sonntag, Iran habe einem israelischen Ziel schaden wollen. US-Außenminister Antony Blinken teilte in Washington mit, er sei nach Prüfung der vorliegenden Informationen davon überzeugt, dass der Iran den Anschlag verübt habe. Für einen solchen Angriff gebe es keine Rechtfertigung. Sein britischer Kollege Dominic Raab sprach von einer gezielten Aktion Irans und erklärte, es sei sehr wahrscheinlich, dass der Iran das Schiff mit zwei Sprengstoff-Drohnen angriffen habe. Der von der Firma eines israelischen Unternehmers betriebene Tanker war am Donnerstag angegriffen worden. Zwei Besatzungsmitglieder wurden getötet.
rnd.de, derstandard.at

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Globalisierung, Big Data, Datenbewirtschaftung – gelingt die digitale Transformation? Die Corona-Krise hat den deutschen Digitalisierungsbedarf in den Fokus gerückt. Nicht nur öffentliche Einrichtungen sind davon betroffen, auch der Mittelstand hat einiges nachzuholen. Das merkten viele Unternehmen als der Lockdown ihnen die Zeit verschaffte, sämtliche Geschäftsprozesse zu hinterfragen. Christoph Tönsgerlemann, Vorstand der ETL Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, begleitet den Mittelstand bei den Digitalisierungs- und Modernisierungsvorhaben, die jetzt dringend anstehen. Um den Unternehmen dabei zur Seite zu stehen, beleuchtet ETL WP stets den Digitalisierungsgrad; und ermöglicht den Wirtschaftsprüfern, selbst wichtige Impulse zu geben und dem Mittelstand mit realistischen Plänen und Zielen zur Seite zu stehen.
youtube.com (Talk mit Christoph Tönsgerlemann)

Hilfsorganisationen retten Hunderte Geflüchtete im Mittelmeer: Die Crews mehrerer privater Seenotretter-Organisationen haben am Sonntag Hunderte Migranten im zentralen Mittelmeer gerettet. Allein mehr als 400 Menschen wurden in der Nacht zu Sonntag von einem Holzboot in Sicherheit gebracht, wie die europäische Organisation SOS Méditerranée auf Twitter mitteilte. Die Geretteten würden nun auf den Schiffen „Ocean Viking“ und „Sea-Watch 3“ betreut. Insgesamt stieg die Zahl der Geretteten an Bord der „Ocean Viking“ damit auf 555, da die Organisation bereits am Samstag bei mehreren Rettungseinsätzen Migranten an Bord genommen hatte. Die „Sea-Watch 3“ hatte ebenfalls Dutzende Gerettete auf ihrem Schiff. Sechs waren von der italienischen Küstenwache auf Gesuch der Crew wegen ihres schlechten Gesundheitszustandes am Freitag von Bord geholt worden. Am Sonntag rettete sie in einem weiteren Einsatz weitere 26 Menschen und hatte damit rund 250 Menschen an Bord. Von den Küsten Libyens und Tunesiens aus steigen Migranten immer wieder in Boote, um über das zentrale Mittelmeer in die EU zu gelangen.
zeit.de, welt.de

COVID-19: Pfizer und Moderna ziehen Preise für Impfstoff in der EU deutlich an t-online.de
Ostjerusalem: Palästinensischen Familien droht Zwangsräumung dw.com
Myanmar: Junta verlängert Ausnahmezustand, Neuwahlen erst für 2023 angesetzt stern.de
USA: Wegen Pandemie verhängter Räumungsschutz läuft aus zdf.de
Tunesien: USA fordern Rückkehr zum „Pfad der Demokratie“ derstandard.at

⊂ ZITAT DES TAGES ⊃

Wenn weltweit praktisch alle Fachleute sagen, Corona ist gefährlich und Impfen hilft, wer hat dann eigentlich das Recht zu sagen: Ich bin aber klüger? Das ist für mich ein nahezu unerträgliches Maß an Überheblichkeit.
Der deutsche Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble hat Impfgegner scharf kritisiert.
pnn.de

⊂ LÄNDER ⊃

Proteste gegen Corona-Regeln in mehreren Ländern: Ungeachtet eines Demo-Verbots versammelten sich in Berlin am Sonntag tausende Menschen zum Protest gegen die Corona-Maßnahmen. Die Polizei drohte mit dem Einsatz von Wasserwerfern und forderte die Menschen auf, den Bereich zu verlassen. Polizisten sollen angegriffen, Absperrungen ignoriert und teilweise überrannt worden sein. Die Polizei ging mit Schlagstöcken und Pfefferspray gegen Angreifer vor. Nach Angaben der Berliner Behörden wurden rund 600 Personen festgenommen. Eine Reihe anderer Veranstaltungen, die sich teils ebenfalls gegen die Politik in der Pandemie richteten, konnten dagegen stattfinden, darunter ein Autokorso, da dies laut Polizei ein anderes Hygienekonzept habe. In Frankreich gingen rund 200.000 Menschen gegen Corona-Maßnahmen auf die Straße. In Paris kam es zu Ausschreitungen, 19 Demonstranten wurden festgenommen, drei Polizisten verletzt. Im südfranzösischen Montpellier wurde vor einer Apotheke, wo Corona-Tests angeboten werden, Mitarbeiter als „Mörder“ beschimpft. In anderen Schimpfrufen wurde ein Vergleich mit Kollaborateuren während der Nazi-Zeit aufgestellt. Auch in der Schweiz und in Italien demonstrierten Tausende Menschen gegen Corona-Maßnahmen.
spiegel.de, faz.net (Berlin); tagesspiegel.de, tagesschau.de (Frankreich); de.euronews.com (Italien und Schweiz)

Laschet erinnert an deutsche Gräueltaten in Polen: Unions-Kanzlerkandidat Armin Laschet hat am 77. Jahrestag des Beginns des Warschauer Aufstands an die Opfer der nationalsozialistischen Besatzung in Polen erinnert. Dies sei ein ganz besonderer Ort an einem ganz besonderen Tag, an dem man mit Entsetzen vor den Gräueltaten der Deutschen stehe, sagte der NRW-Ministerpräsident beim Besuch eines Museums, das der Erhebung gewidmet ist. Vor einer Wand mit den Namen gefallener Aufständischer zündete er eine Kerze an. Man könne nur aus der Geschichte lernen, um zu verhindern, dass so etwas je wieder passiere, so Laschet. Am 1. August 1944 hatte sich die Polnische Heimatarmee gegen die deutschen Besatzer erhoben. Der Aufstand wurde binnen zwei Monaten niedergeschlagen und Warschau zu großen Teilen zerstört. Laschet warb zudem für eine engere Zusammenarbeit von Polen und Deutschland. Nach einem Treffen mit Regierungschef Mateusz Morawiecki sagte er am Sonntag, beide bewege der Wille, Europa zu stärken. Das sei angesichts neuer geopolitischer Herausforderungen wichtig. Laschet bedankte sich außerdem für die polnische Hilfe bei der Bewältigung der jüngsten Hochwasserkatastrophe im Westen Deutschlands.
zeit.de, rnd.de, rnd.de

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Warum Sie jetzt Ihren Plan B in der Tasche haben sollten: Am 26. September 2021 wird ein neuer Bundestag gewählt, als neue Bundesregierung sind alle möglichen Farbspiele denkbar. Unternehmerinnen und Unternehmer schauen voraus und investieren bereits heute in ein eigenes Unternehmen, eine Niederlassung oder eigene Immobilien in Belgien oder Luxemburg. Suchen Sie nach deutschsprachiger Unterstützung zur Realisierung Ihres Plan B zur Zukunftssicherung? Wir helfen Ihnen. Ernst Seemann GmbH, Handelshaus seit 1925. www.seemann.be – Telefon aus Deutschland: 0800-8077200.

Deutscher Innenminister will weiter nach Afghanistan abschieben: Taliban-Offensiven in mehreren Provinzen setzen die afghanischen Regierungstruppen immer stärker unter Druck. Kämpfer der radikal-islamistischen Miliz drangen erneut in die Provinzhauptstadt Laschkar Gah vor und lieferten sich Gefechte mit afghanischen Streitkräften. Am Samstagabend hatten sie bereits den Flughafen von Kandahar, der zweitgrößten Stadt des Landes, mit mehreren Raketen angegriffen. Trotz des Vormarsches der Taliban will Deutschlands Innenminister Horst Seehofer an Abschiebungen nach Afghanistan festhalten, wie er der „Bild am Sonntag“ sagte. „Wie will man denn verantworten, dass Straftäter nicht mehr in ihr Heimatland zurückgeführt werden können?“, fragte er angesichts von Forderungen der SPD und der Linken, vorerst niemanden mehr in das Land am Hindukusch abzuschieben. Zudem erwog Seehofer Möglichkeiten, um die freiwillige Ausreise noch zu verstärken. Wenn ein Inhaftierter etwa einen Teil seiner Strafe erlassen bekomme, reise er möglicherweise freiwillig aus. Nach der Pandemie will Seehofer die Zahl der Abschiebungen insgesamt erhöhen. Unterdessen forderten vier Landesminister der Grünen und der Linken in einem Brief an Seehofer, afghanischen Bundeswehrhelfern die Einreise nach Deutschland zu erleichtern.
n-tv.de, tagesspiegel.de, zeit.de, sueddeutsche.de

Mittelmeerländer kämpfen gegen Waldbrände: Tausende Feuerwehrleute sind in Griechenland, der Türkei und Italien weiter im Kampf gegen verheerende Waldbrände. Dutzende Dörfer in der Türkei mussten evakuiert werden, darunter auch in der Ferienregion Antalya. In der türkischen Region Bodrum mussten den Behörden zufolge Menschen mit Booten über das Meer vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden, weil die Straßen nicht mehr benutzbar waren. Insgesamt kamen bislang acht Menschen infolge der Waldbrände ums Leben. Die griechischen Behörden riefen die Einwohner von vier Dörfern in der Nähe der Stadt Patras auf, sich in Sicherheit zu bringen. Auf Sizilien konzentriert sich die Feuerwehr unter anderem auf Brände in der Nähe der Großstadt Catania. Die Brände werden durch die anhaltende Hitze, Trockenheit und starke Winde geschürt. Einige führen Ermittler auf Brandstiftung zurück.
faz.net, tagesschau.de

Polnische Regierung erhebt Vorwürfe gegen deutsche Justiz: Nach einem Strafbefehl für den erzkonservativen polnischen Theologieprofessor Dariusz Oko wegen Volksverhetzung hat die Regierung in Warschau Vorwürfe gegen die deutsche Justiz erhoben. Oko hatte Homosexuelle in einem Beitrag für die Zeitschrift „Theologisches“ unter anderem als „Parasiten“ und „Krebsgeschwür“ bezeichnet. Das Amtsgericht Köln hatte daraufhin einen Strafbefehl über 4800 Euro gegen Oko verhängt. Nach Angaben einer Gerichtssprecherin hat Oko inzwischen Einspruch eingelegt. Damit kommt es wohl zu einem Prozess. Ins Rollen kam das Verfahren durch eine Anzeige des Münchner Priesters Wolfgang Rothe. Polens Vizejustizminister Marcin Romanowski sieht wegen dem Strafbefehl die Meinungsfreiheit in Deutschland gefährdet. Er erkenne freiheitsfeindliche Tendenzen im deutschen Rechtsschutzsystem, sagte der Politiker der nationalkonservativen Partei „Solidarisches Polen“ (SP) der Nachrichtenagentur dpa. Die Verhängung von Strafen für wissenschaftliche Tätigkeiten stelle eine Bedrohung der Grundfreiheiten und europäischen Standards dar.
tagesspiegel.de

Deutschland 1: 100-jähriger Wachmann aus KZ Sachsenhausen kommt vor Gericht welt.de
Deutschland 2: Jugendliche sollen Möglichkeiten zu einer Corona-Impfung erhalten tagesspiegel.de
Portugal will Gesellschaft und Wirtschaft entlasten, Lockerungen treten in Kraft faz.net
Tschechien: Discos öffnen für geimpfte Personen nau.ch
Dänemark: In vielen Freizeitanlagen muss kein Impfnachweis oder Test mehr vorgewiesen werden nau.ch
Albanien holt Frauen und Kinder von IS-Kämpfern aus Syrien heim de.euronews.com
Frankreich: Eines der weitreichendsten Anti-Terror-Gesetze der EU faz.net

⊂ POLITJOBS ⊃

Der SPD-Landesverband Rheinland-Pfalz sucht eine:n Referent:in (m/w/d)+++GIZ sucht eine:n Berater:in Risiko- und Krisenkommunikation, Community Awareness (m/w/d)+++Die Deutsche Post DHL Group sucht eine:n Praktikant:in Unternehmenslobbying/ Public Affairs (m/w/d)+++The Innovation in Politics Institute is looking for a Project Manager (m/f/d)+++Das Verbindungsbüro Kärnten in Brüssel sucht eine:n Referent:in für Kommunikation und Organisation (m/w/d)+++GIZ sucht eine:n Junior-Berater:in Internationaler Markthochlauf von Power-to-X und Grünem Wasserstoff (m/w/d)+++Die CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft sucht eine wissenschaftliche Referentin / einen wissenschaftlichen Referenten für die Themenbereiche Verkehr und Stadtentwicklung (m/w/d)+++Der Biogasrat sucht eine:n Geschäftsführer:in (m/w/d)+++Global Bridges is looking for a Program Assistant (m/f/d)+++S-Kreditpartner sucht eine:n Werkstudent:in (m/w/d) Kommunikation – Schwerpunkt Social & Digital Content+++Der Verband öffentlicher Versicherer sucht eine:n Praktikant:in (m/w/d) EU-Interessenvertretung+++Die Staatskanzlei Brandenburg sucht eine:n Redenschreiber:in (m/w/d)+++Der CDU Landesverband Hamburg sucht einen PR- und Organisationsreferent (m/w/d)+++ifok sucht eine:n Fellow (m/w/d) | Themenfeld Infrastruktur+++Mittelstand BVMW sucht Junior-/Referent:in VWL – Schwerpunkt Digitalisierung und Tourismus (m/w/d)+++PIVOT Regulatory sucht eine:n Senior Consultant Economics & Policies (m/w/d)+++DATABUND sucht eine:n Referent:in (m/w/d)+++Portland is looking for a Consultant (m/f/d)+++Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer sucht eine:n Referent:in Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit (w/m/d)+++Bitkom sucht eine:n Referent:in Mobilität & Logistik (m/w/d)+++nymoen und conenergy suchen eine:n Senior Consultant (w/m/d) Politik+++Mittelstand BVMW sucht eine:n Junior-/Referent:in VWL – Schwerpunkt Steuern und Finanzen (m/w/d)+++Weitere Jobs auf politjobs.de +++ Keinen Job mehr verpassen mit dem politjobs.de job alert +++

⊂ ZULETZT ⊃

Cyberattacke legt Impfbuchungsportal in Rom lahm: Hacker haben die offizielle Website der italienischen Region Latium, zu der auch die Hauptstadt Rom gehört, angegriffen und dabei das Buchungsportal für CoV-Impftermine lahmgelegt. Es werde daran gearbeitet, die Unterbrechung der Leistungen zu beheben, teilte die Regionalverwaltung auf Twitter mit. Sowohl die offizielle Website als auch das Impfbuchungsportal der Region waren am Sonntag vorerst nicht erreichbar.
orf.at

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