Mittwoch, 4. August 2021: Vermisster belarusischer Aktivist tot in Kiew aufgefunden, Mögliche Schiffsentführung im Golf von Oman, EU-Justiz stoppt Abschiebeflug nach Afghanistan

⊂ EUROPA ⊃

Vermisster belarusischer Aktivist tot in Kiew aufgefunden: Vitali Schischow, der als vermisst gemeldete Chef einer belarusischen Exilgruppe in der Ukraine, ist tot aufgefunden worden. Das gab die Polizei am Dienstag in Kiew bekannt. Schischow sei in der Hauptstadt erhängt in einem Park entdeckt worden, nicht weit entfernt von seinem Wohnort. Die Polizei leitete nach eigenen Angaben ein Ermittlungsverfahren ein. Dabei werde neben anderen Möglichkeiten auch dem Verdacht nachgegangen, dass es sich um einen als Suizid getarnten Mord handeln könnte. Schischow war nach Angaben seiner Organisation im vergangenen Jahr aus Belarus geflohen, nachdem er dort an regierungskritischen Protesten teilgenommen hatte. Derweil hat die um ihren Olympia-Start gebrachte Sprinterin Kristina Timanowskaja Ermittlungen gegen den belarusischen Cheftrainer und eine mögliche Bestrafung gefordert. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hat eine formale Untersuchung gegen das belarusische Nationale Olympische Komitee (NOK) eingeleitet. Der britische Premierminister Boris Johnson hat der belarussischen Oppositionsführerin Swetlana Tichanowskaja bei einem Treffen in London Unterstützung zugesichert.
spiegel.de, rnd.de (Schischow); tagesschau.de, spiegel.de (Timanowskaja); spiegel.de (Tichanowskaja)

Mögliche Schiffsentführung im Golf von Oman: Nach dem Drohnenangriff auf einen Öltanker vor der Küste des Omans hat die Nato den Iran zur Einhaltung seiner internationalen Verpflichtungen aufgerufen. Die Bündnisstaaten Großbritannien, USA und Rumänien seien zu dem Schluss gekommen, dass der Iran höchstwahrscheinlich für den Vorfall verantwortlich sei, sagte ein Nato-Sprecher. Die Freiheit der Schifffahrt sei für alle Bündnispartner von entscheidender Bedeutung und müsse im Einklang mit dem Völkerrecht gewahrt werden. Auch die EU verurteilte den Vorfall. Bei dem Anschlag auf den von der Firma eines israelischen Unternehmers betriebenen Tanker waren ein Brite und ein Rumäne getötet worden. Inzwischen ist vor der Küste der Vereinigten Arabischen Emirate im Golf von Oman möglicherweise ein Schiff entführt worden. Die britische Warnzentrale für die Seefahrt (UKMTO) setzte am Dienstag zunächst eine Warnung ab wegen eines Zwischenfalls etwa 60 Seemeilen östlich des Emirats Fudschaira. Alle Schiffe in der Nähe sollten extrem vorsichtig sein, hieß es. Die UKMTO sprach kurz darauf in einer weiteren Warnung von einer möglichen Entführung. Die britische „Times“ berichtete unter Berufung auf Regierungsquellen, dass eine Truppe aus acht oder neun bewaffneten Männern die „Asphalt Princess“ in ihre Gewalt gebracht habe. Der Golf von Oman liegt zwischen Oman und Iran. Das iranische Außenministerium bezeichnete den Vorfall als „verdächtig“ und warnte vor grundlosen Unterstellungen.
stern.de (Drohnenangriff), spiegel.de (Schiffsentführung)

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Globalisierung, Big Data, Datenbewirtschaftung – gelingt die digitale Transformation? Die Corona-Krise hat den deutschen Digitalisierungsbedarf in den Fokus gerückt. Nicht nur öffentliche Einrichtungen sind davon betroffen, auch der Mittelstand hat einiges nachzuholen. Das merkten viele Unternehmen als der Lockdown ihnen die Zeit verschaffte, sämtliche Geschäftsprozesse zu hinterfragen. Christoph Tönsgerlemann, Vorstand der ETL Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, begleitet den Mittelstand bei den Digitalisierungs- und Modernisierungsvorhaben, die jetzt dringend anstehen. Um den Unternehmen dabei zur Seite zu stehen, beleuchtet ETL WP stets den Digitalisierungsgrad; und ermöglicht den Wirtschaftsprüfern, selbst wichtige Impulse zu geben und dem Mittelstand mit realistischen Plänen und Zielen zur Seite zu stehen.
youtube.com (Talk mit Christoph Tönsgerlemann)

EU-Gelder aus Corona-Wiederaufbaufonds fließen: Mehrere Länder der EU haben erste Corona-Hilfen aus dem gemeinsamen Aufbaufonds erhalten. Nach Portugal flossen 2,2 Milliarden Euro, Belgien erhielt 770 Millionen und Luxemburg rund zwölf Millionen Euro. Das Geld soll helfen, die durch die Pandemie entstandenen wirtschaftlichen Schäden zu bewältigen. Insgesamt umfasst das Corona-Wiederaufbauprogramm der EU 800 Milliarden Euro. Finanziert wird es über Schulden, die bis zum Jahr 2058 gemeinsam getilgt werden sollen. Die Hälfte der Bevölkerung in der EU ist inzwischen vollständig gegen das Coronavirus geimpft, wie aus einer Zählung der Nachrichtenagentur AFP hervorgeht. In den Niederlanden ist die Zahl der Neuinfektionen in der zweiten Woche in Folge drastisch gesunken. Einem größeren Anteil der schwedischen Bevölkerung wird im nächsten Jahr voraussichtlich eine Auffrischdosis einer Corona-Impfung angeboten.
sn.at (Fonds), euractiv.de (Impfungen), rnd.de (Niederlande), handelsblatt.com (Schweden)

EU-Justiz stoppt Abschiebeflug nach Afghanistan: Der Europäische Gerichtshof für Menschenrechte (EGMR) hat einen für Dienstagabend geplanten Abschiebeflug nach Afghanistan von Wien über München nach Kabul gestoppt. Ein Afghane, der hätte ausgewiesen werden sollen, hatte dagegen geklagt – und der EGMR gab ihm recht. Der EGMR begründete seine Entscheidung mit der „Sicherheitslage“ in Afghanistan. In der afghanischen Hauptstadt Kabul sind bei einer Explosion in der Nähe des Hauses des Verteidigungsministers mehrere Menschen verletzt und getötet worden. Mindestens vier Personen starben und weitere elf mit Verletzungen seien zur Behandlung gebracht worden, teilte die Nichtregierungsorganisation Emergency am Dienstag auf Twitter mit. Medienberichten zufolge handelte es sich um einen Anschlag auf den Verteidigungsminister des Landes, Bismillah Mohammadi. Die radikalislamischen Taliban haben die Hauptstadt der Provinz Helmand im Süden Afghanistans zu weiten Teilen eingenommen.
de.euronews.com, faz.net (Abschiebeflug); faz.net, bild.de (Anschlag); zeit.de (Taliban)

IWF will Finanzkraft um 650 Milliarden Dollar steigern: Das oberste Gremium des Internationalen Währungsfonds (IWF) hat einer beispiellosen Erhöhung der finanziellen Schlagkraft der Organisation um 650 Milliarden US-Dollar zugestimmt. Dies sei eine historische Entscheidung, sagte IWF-Chefin Kristalina Georgiewa. Der IWF will mit der Finanzspritze vor allem Entwicklungs- und Schwellenländern zur Überwindung der Coronakrise zusätzliche Liquidität zur Verfügung stellen – ohne deren Verschuldung zu erhöhen.
spiegel.de

NextGenerationEU: Europäische Kommission zahlt 770 Millionen Euro als Vorfinanzierung an Belgien ec.europa.eu
Fusionskontrolle: EU prüft Kustomer-Übernahme durch Facebook heise.de
Brexit: Chinesische Bewerber ersetzen EU-Studenten an britischen Universitäten bloomberg.com
Mittelmeer: Rettungsschiffe suchen sicheren Hafen für hunderte Flüchtlinge de.euronews.com
Ein Jahr nach der Explosion in Beirut: Offene Wunden und neue Geberkonferenz de.euronews.com

⊂ ZITAT DES TAGES ⊃

Wer will, kann sich impfen lassen, keiner muss.
Deutschlands Gesundheitsminister Jens Spahn hat betont, dass die Corona-Impfung freiwillig bleibt.
zeit.de

⊂ LÄNDER ⊃

Waldbrand nahe Athen ausgebrochen: In Griechenland und der Türkei kämpfen tausende Feuerwehrleute gegen die schlimmsten Waldbrände seit mehreren Jahren. Nahe der griechischen Hauptstadt Athen brach ein neuer Waldbrand aus. Vier große Ortschaften wurden evakuiert. Begünstigt werden die Brände durch eine Hitzewelle mit Höchsttemperaturen von 43 Grad. Nach Angaben der Feuerwehr sind mehr als 100 Rettungskräfte im Einsatz, um den Brand einzudämmen. Ein Teil der Autobahn, die Athen mit dem Norden und Süden des Landes verbindet, wurde gesperrt.
tagesschau.de

Spanien verzeichnet Rekord-Rückgang der Arbeitslosigkeit: Der Tourismus in Spanien zieht allmählich wieder an. Die Zahl der ausländischen Urlauber nahm im Juni auf 2,2 Millionen zu, wie das nationale Statistikamt INE am Dienstag mitteilte. Das sind rund zehnmal so viel Gäste wie vor Jahresfrist, als der Tourismus wegen der strengen Lockdown-Maßnahmen und der Reisebeschränkungen massiv eingebrochen war. Die Arbeitslosigkeit in Spanien ist im Juli so stark wie nie seit Beginn der Statistik 1996 gesunken – was vor allem an der Rückkehr der Touristen liegt. Wie das spanische Arbeitsministerium am Dienstag mitteilte, fanden im vergangenen Monat fast 200.000 Arbeitslose einen neuen Job, darunter waren fast 134.000 Stellen im Dienstleistungssektor.
n-tv.de, nau.ch

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Warum Sie jetzt Ihren Plan B in der Tasche haben sollten: Am 26. September 2021 wird ein neuer Bundestag gewählt, als neue Bundesregierung sind alle möglichen Farbspiele denkbar. Unternehmerinnen und Unternehmer schauen voraus und investieren bereits heute in ein eigenes Unternehmen, eine Niederlassung oder eigene Immobilien in Belgien oder Luxemburg. Suchen Sie nach deutschsprachiger Unterstützung zur Realisierung Ihres Plan B zur Zukunftssicherung? Wir helfen Ihnen. Ernst Seemann GmbH, Handelshaus seit 1925. www.seemann.be – Telefon aus Deutschland: 0800-8077200.

Di Maio mahnt bei Libyen-Besuch zu nationalen Fortschritten: Der italienische Außenminister Luigi Di Maio ist zum fünften Mal im laufenden Jahr nach Libyen gereist und hat dort Spitzengespräche geführt, unter anderem mit Staatschef Mohamed Yunus Al-Menfi und Vertretern der international anerkannten Regierung. Der Minister versicherte der Regierung Italiens Unterstützung. Di Maio traf separat auch den abtrünnigen General Khalifa Haftar. Ein Schwerpunkt waren die bevorstehenden Wahlen im Dezember. Die Regierung in Rom hat die Hoffnung geäußert, dass die Abstimmung dazu beitragen könnte, eine einheitliche Regierung in Libyen zu bilden, nachdem jahrelang bewaffnete Konflikte herrschten.
de.euronews.com

Deutschland: Vizekanzler Scholz erwartet mehr als sechs Milliarden Euro an Hochwasserschäden spiegel.de
Italien: Impfportal Latiums gehackt – Spur führt nach Deutschland handelsblatt.com

⊂ POLITJOBS ⊃

Der SPD-Landesverband Rheinland-Pfalz sucht eine:n Referent:in (m/w/d)+++GIZ sucht eine:n Berater:in Risiko- und Krisenkommunikation, Community Awareness (m/w/d)+++Die Deutsche Post DHL Group sucht eine:n Praktikant:in Unternehmenslobbying/ Public Affairs (m/w/d)+++The Innovation in Politics Institute is looking for a Project Manager (m/f/d)+++Das Verbindungsbüro Kärnten in Brüssel sucht eine:n Referent:in für Kommunikation und Organisation (m/w/d)+++GIZ sucht eine:n Junior-Berater:in Internationaler Markthochlauf von Power-to-X und Grünem Wasserstoff (m/w/d)+++Die CDU-Fraktion in der Hamburgischen Bürgerschaft sucht eine wissenschaftliche Referentin / einen wissenschaftlichen Referenten für die Themenbereiche Verkehr und Stadtentwicklung (m/w/d)+++Der Biogasrat sucht eine:n Geschäftsführer:in (m/w/d)+++Global Bridges is looking for a Program Assistant (m/f/d)+++S-Kreditpartner sucht eine:n Werkstudent:in (m/w/d) Kommunikation – Schwerpunkt Social & Digital Content+++Der Verband öffentlicher Versicherer sucht eine:n Praktikant:in (m/w/d) EU-Interessenvertretung+++Die Staatskanzlei Brandenburg sucht eine:n Redenschreiber:in (m/w/d)+++Der CDU Landesverband Hamburg sucht einen PR- und Organisationsreferent (m/w/d)+++ifok sucht eine:n Fellow (m/w/d) | Themenfeld Infrastruktur+++Mittelstand BVMW sucht Junior-/Referent:in VWL – Schwerpunkt Digitalisierung und Tourismus (m/w/d)+++PIVOT Regulatory sucht eine:n Senior Consultant Economics & Policies (m/w/d)+++DATABUND sucht eine:n Referent:in (m/w/d)+++Portland is looking for a Consultant (m/f/d)+++Der Bundesverband Deutscher Omnibusunternehmer sucht eine:n Referent:in Kommunikation und Öffentlichkeitsarbeit (w/m/d)+++Bitkom sucht eine:n Referent:in Mobilität & Logistik (m/w/d)+++nymoen und conenergy suchen eine:n Senior Consultant (w/m/d) Politik+++Mittelstand BVMW sucht eine:n Junior-/Referent:in VWL – Schwerpunkt Steuern und Finanzen (m/w/d)+++Weitere Jobs auf politjobs.de +++ Keinen Job mehr verpassen mit dem politjobs.de job alert +++

⊂ ZULETZT ⊃

Für Millionen EU-Bürger ist Urlaub zu teuer: In der EU können sich die meisten Familien mit geringem Einkommen keinen Sommerurlaub leisten. Das geht aus einer Studie des Europäischen Gewerkschaftsbundes (EGB) hervor. Laut dem Dachverband, der 45 Millionen Gewerkschaftsmitglieder in 38 europäischen Staaten vertritt, haben 35 Millionen Menschen in der EU nicht ausreichend Geld für den Urlaub. Unter ihnen seien viele schlecht bezahlte Arbeiterinnen und Arbeiter, hieß es vom EGB, der für die Studie auf Daten der EU-Statistikbehörde Eurostat zurückgriff.
tagesschau.de

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