Montag, 27. Juli 2020: Spanien-Urlauber müssen in Großbritannien in Quarantäne, Europarat alarmiert wegen Polens Rückzug aus Frauenrechtsabkommen, Corona-Masseninfektion bei Erntehelfern in Deutschland, Ausbruch in österreichischem Urlaubsort

⊂ EUROPA ⊃

Spanien-Urlauber müssen in Großbritannien in Quarantäne: Die Überraschung war groß, als die britische Regierung am Samstagabend eine zweiwöchige Quarantäne für alle Spanien-Rückkehrer verhängte, die nur Stunden später in Kraft trat. Man habe mit der kurzfristigen Entscheidung auf einen großen Anstieg an Corona-Fällen auf dem spanischen Festland reagiert, sagte der britische Außenminister Dominic Raab. Die spanische Außenministerin Arancha González Laya betonte darauf, dass Spanien weiterhin ein sicheres Reiseland sei. Die jüngsten Corona-Ausbrüche in Barcelona, Lleida und Zaragoza seien unter Kontrolle. Man sei mit der britischen Regierung in Kontakt, um eine Ausnahmeregelung für die Balearen und die Kanaren zu finden. Londons Beschluss hat laut Presseberichten auch den britischen Verkehrsminister Grant Shapps kalt erwischt: Der Minister befindet sich derzeit ausgerechnet in Spanien im Urlaub.
dw.com, faz.net

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Livestream statt Event: Das Coronavirus schränkt unser soziales Leben ein – richtigerweise müssen Menschen vor lebensgefährlichen Infektionen geschützt werden. Wenn Begegnungsräume nicht mehr erreichbar sind, verlieren wir Möglichkeiten zum Austausch und Lernen. Wer nach Verbindung sucht, nutzt digitale Alternativen. Wir unterstützen dabei, Begegnungen online zu schaffen – mit Veranstaltungsstreams können Sie die wichtigen menschlichen Verbindungen dennoch knüpfen.
livestreaming-berlin.tv

Europarat alarmiert wegen Polens Rückzug aus Frauenrechtsabkommen: Polen will sich aus der Istanbul-Konvention des Europarats zurückziehen. Das Abkommen verpflichtet die Unterzeichnerstaaten, jegliche Gewalt gegen Frauen und Mädchen und alle Formen häuslicher Gewalt als Verbrechen einzustufen und sich gegen die Diskriminierung von Frauen einzusetzen. Der polnische Justizminister Zbigniew Ziobro erklärte, das Abkommen enthalte Elemente ideologischer Natur, die die polnische Regierung für schädlich halte. Er wolle an diesem Montag das Familienministerium auffordern, den Ausstieg aus dem Abkommen vorzubereiten. Die Generalsekretärin des Europarats, Marija Pejcinovic Buric, zeigte sich besorgt: „Das Aufkündigen der Istanbuler Konvention wäre sehr bedauerlich und ein enormer Rückschritt beim Schutz von Frauen vor Gewalt in Europa.” Auch mehrere EU-Abgeordnete verurteilten Polens Ankündigung.
coe.int, spiegel.de, orf.at

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progressive-governance.eu

⊂ ZITAT DES TAGES ⊃

Gemeinschaftsverschuldung für umfangreiche Transfers halte ich grundsätzlich für bedenklich.
Der deutsche Bundesbankpräsident Jens Weidmann hat Kontrollmechanismen für den Einsatz der von der EU beschlossenen milliardenschweren Corona-Hilfen gefordert, damit die Mittel sinnvoll und effizient verwendet werden.
handelsblatt.com

⊂ LÄNDER ⊃

Corona-Masseninfektion bei Erntehelfern in Deutschland, Ausbruch in österreichischem Urlaubsort: Nach dem Corona-Ausbruch auf einem Gemüsebauernhof in Mamming in Niederbayern hat die bayerische Staatsregierung eine Ausweitung der Corona-Tests für Erntehelfer angekündigt. Die bayerische Gesundheitsministerin Melanie Huml sagte, man nehme die Situation sehr ernst. Aktuell scheine das Infektionsgeschehen lokal eingrenzbar zu sein. Grüne und SPD warfen der Staatsregierung mangelhafte Kontrolle der Unterkünfte vor und betonten, Ministerpräsident Markus Söder und sein Kabinett trügen Mitverantwortung. Gerade die Hygienebedingungen am Arbeitsplatz und die Wohnverhältnisse müssten scharf kontrolliert werden, sagte SPD-Politiker Florian von Brunn. Das sei offensichtlich nicht passiert. Der Ausbruch sei mit Ansage gekommen. Unterdessen ist der beliebte Urlaubsort St. Wolfgang am Wolfgangsee im österreichischen Salzkammergut zu einem neuen Corona-Hotspot geworden: Mindestens 48 Personen wurden dort bisher positiv getestet. Die Zahl könnte noch deutlich steigen.
faz.net (Mamming), n-tv.de (St. Wolfgang)

Geständnis nach Brand in Kathedrale von Nantes: Der Brand der Kathedrale in Nantes hat tatsächlich einen kriminellen Hintergrund: Ein Kirchenhelfer hat gestanden, an drei Stellen Feuer in dem spätgotischen Gotteshaus gelegt zu haben. Er sitzt derzeit in Untersuchungshaft. Sein Motiv ist noch unklar. Teile der Kirche waren am Samstag vor einer Woche in Flammen aufgegangen.
welt.de

Zu viele Migranten auf Lampedusa: Auf der italienischen Mittelmeerinsel Lampedusa sind mehrere Dutzend Migranten aus Afrika angekommen, was die Behörden vor Probleme stellt. Bürgermeister Totò Martello sagte nach einem Bericht der Nachrichtenagentur Ansa am Samstag, die Situation sei unkontrollierbar geworden. Wenn die Regierung es nicht tue, werde er den Ausnahmezustand ausrufen. Auf der 20 Quadratkilometer großen Insel befinden sich aktuell mehr als 1000 Migranten.
welt.de

Ermittlungen wegen Betrugs gegen italienischen Regionalpräsidenten: Wegen angeblichen Betrugs bei einem Geschäftsabschluss über Schutzkittel laufen Ermittlungen gegen den lombardischen Präsidenten Attilio Fontana. In der Zeitung „La Stampa“ bezeichnete Fontana von der rechten Lega die Anschuldigungen gegen ihn als absurd. Das liefernde Unternehmen wird von Fontanas Schwager kontrolliert. Fontana gibt an, nichts davon gewusst zu haben, dass seine Region im April zugestimmt habe, für mehr als 500.000 Euro Krankenhauskittel von der Firma zu kaufen.
lastampa.it, welt.de

Spanien: Womöglich 60 Prozent mehr Tote als bekannt: Die Zahl der Corona-Toten könnte in Spanien womöglich 60 Prozent höher liegen als die offiziell angegebene Zahl von 28.342 Toten. Das berichtete die spanische Zeitung “El Pais”. Sie beruft sich darauf, dass die spanischen Behörden nur Menschen mit einem positiven Testergebnis als Corona-Tote erfassen. Verdachtsfälle, bei denen kein Test durchgeführt wurde, werden ignoriert.
elpais.com, n-tv.de

Bulgarien: Proteste gegen die Regierung: Blockaden angekündigt stern.de
Ukraine-Konflikt: Putin und Selenskyj sprechen über Lösung handelsblatt.com
Frankreich kündigt kostenlose Tests an orf.at
Belgien verschärft Corona-Maßnahmen faz.net

⊂ POLITJOBS ⊃

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⊂ MALHEUR ⊃

Maskenmuffeln in Kampanien drohen bis zu 1000 Euro Strafe: Die Behörden der süditalienischen Region Kampanien haben die Strafen für Maskenmuffel deutlich verschärft. Wer in geschlossenen Räumen oder im öffentlichen Nahverkehr keinen Mund-Nasen-Schutz trägt, riskiert eine Geldstrafe von 1000 Euro. Einzelhändlern, die in ihren Geschäften die Maskenpflicht nicht durchsetzen, droht neben der Geldstrafe zusätzlich eine Schließung zwischen fünf und 30 Tagen.
krone.at

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