Montag, 23. August 2021: Österreich gegen Aufnahme afghanischer Flüchtlinge, Schwedens Premier Löfven kündigt erneuten Rücktritt an, Merkel warnt Russland bei Ukraine-Besuch

⊂ EUROPA ⊃

Sieben Tote bei Gedränge vor Flughafen Kabul: Im Gedränge vor dem Kabuler Flughafen sind sieben Afghanen ums Leben gekommen. Wie das britische Verteidigungsministerium am Sonntag mitteilte, versammelten sich erneut tausende Menschen vor dem Flughafen in der afghanischen Hauptstadt, um das Land nach der Machtübernahme der Taliban zu verlassen. Die US-Regierung warnte zudem vor der Gefahr von Anschlägen durch den IS am Flughafen. Der nationale Sicherheitsberater der USA, Jake Sullivan, sprach von einer realen Bedrohung, die man äußerst ernst nehme. Die Rettungsmission durch US-Streitkräfte soll ohnehin bald enden. Die Zeit wird knapp, weshalb das US-Verteidigungsministerium nun auch die zivilen Fluggesellschaften in den USA um Unterstützung gebeten hat. Nach Angaben aus US-Regierungskreisen wurden von US-Streitkräften und ihren Koalitionspartnern bisher mehr als 25.000 Menschen aus Kabul ausgeflogen. Am kommenden Dienstag wollen die G7-Staaten in einer Sondersitzung über die Lage in Afghanistan beraten.
tagesspiegel.de, orf.at, tagesschau.de, sueddeutsche.de, faz.net

Taliban schicken hunderte Kämpfer ins Pandschirtal: Nach ihrer Machtübernahme in Afghanistan wollen die Taliban nun auch das als Widerstandshochburg bekannte Pandschirtal in ihre Gewalt bringen. Nach Angaben eines Sprechers der Islamisten befinden sich hunderte Taliban-Kämpfer auf dem Weg in die letzte noch nicht eroberte Provinz Pandschir. Zuvor hätten örtliche Regierungsvertreter eine Kapitulation verweigert. Vom Pandschirtal aus versucht Ahmed Massud, der Sohn eines berühmten Taliban-Gegners und Kriegsherrn, eine Widerstandsgruppe aufzubauen. Ihr sollen auch ehemalige Angehörige der afghanischen Streitkräfte angehören, die wegen des Vormarschs der Taliban nach Pandschir geflohen waren. Zuvor hatte Massud dargelegt, dass er auf friedliche Gespräche mit den Taliban hofft. Seine Truppen seien aber auch zum Kampf bereit.
n-tv.de, stern.de

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Globalisierung, Big Data, Datenbewirtschaftung – gelingt die digitale Transformation? Die Corona-Krise hat den deutschen Digitalisierungsbedarf in den Fokus gerückt. Nicht nur öffentliche Einrichtungen sind davon betroffen, auch der Mittelstand hat einiges nachzuholen. Das merkten viele Unternehmen als der Lockdown ihnen die Zeit verschaffte, sämtliche Geschäftsprozesse zu hinterfragen. Christoph Tönsgerlemann, Vorstand der ETL Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, begleitet den Mittelstand bei den Digitalisierungs- und Modernisierungsvorhaben, die jetzt dringend anstehen. Um den Unternehmen dabei zur Seite zu stehen, beleuchtet ETL WP stets den Digitalisierungsgrad; und ermöglicht den Wirtschaftsprüfern, selbst wichtige Impulse zu geben und dem Mittelstand mit realistischen Plänen und Zielen zur Seite zu stehen.
youtube.com (Talk mit Christoph Tönsgerlemann)

Österreich gegen Aufnahme afghanischer Flüchtlinge: Österreichs Kanzler Sebastian Kurz will keinen weiteren Flüchtlingen aus Afghanistan Schutz gewähren. Er sei nicht der Meinung, dass in Österreich mehr Menschen aufgenommen werden sollten, sondern ganz im Gegenteil, sagte Kurz im Sommergespräch mit dem Fernsehsender Puls 4. Der österreichische Innenminister Karl Nehammer erklärte ebenfalls, Ziel könne nicht sein, „abertausende“ Afghanen nach Europa zu holen. Das sei keine Lösung und eine sehr kurzsichtige und ideologisch fehlgeleitete Politik, die gefährlich für Europa sei. Schutz für die Flüchtlinge müsse in der Region gewährleistet werden. Auch der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan wies bei einem Telefonat mit Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel darauf hin, dass die Türkei im Falle einer verstärkten Fluchtbewegung aus Afghanistan diese „zusätzliche Belastung“ nicht tragen könne. Die Türkei habe bereits fünf Millionen Flüchtlinge aufgenommen.
welt.de, kurier.at, tagesspiegel.de

Israel greift in Gaza an: Nach Konfrontationen am Gaza-Grenzzaun hat die israelische Luftwaffe nach Armeeangaben mehrere Stellungen der islamistischen Palästinenserorganisation Hamas im Gazastreifen angegriffen. Bei den Konfrontationen zwischen Palästinensern und israelischen Soldaten wurden am Samstag nach Angaben des Gesundheitsministeriums in Gaza auf palästinensischer Seite 41 Menschen verletzt, darunter zwei Jungen im Alter von 13 und 14 Jahren, die sich in einem kritischen Zustand befinden. Nach Angaben der israelischen Armee wurde ein Beamter der Grenzpolizei von einem Schuss der Palästinenser getroffen und ebenfalls schwer verletzt. Am Freitag hatte die im Gazastreifen herrschende Hamas zu Protesten am Grenzzaun aufgerufen, um des 52. Jahrestags des Feuers an der Al-Aksa-Moschee zu gedenken.
tagesspiegel.de, zeit.de

Libanon: Treibstoffpreise nochmals stark gestiegen orf.at
Myanmar: Militärregierung gab Festnahme weiterer Journalisten bekannt derstandard.de

⊂ ZITAT DES TAGES ⊃

Wir sollten nicht die gleichen Fehler wie 2015 machen. Wir sollten nicht warten, bis die Menschen an den EU-Außengrenzen stehen.
EU-Innenkommissarin Ylva Johansson hat die EU-Länder aufgerufen, sich auf mögliche Fluchtbewegungen aus Afghanistan vorzubereiten.
welt.de

⊂ LÄNDER ⊃

Schwedens Premier Löfven kündigt erneuten Rücktritt an: Anderthalb Monate nach seiner Wiederwahl zum Regierungschef hat der schwedische Ministerpräsident Stefan Löfven seinen Rücktritt für November angekündigt. Er werde sein Amt als Parteichef der Sozialdemokraten zum Parteitag im November niederlegen und danach auch als Ministerpräsident aufhören, sagte Löfven bei einer Rede in Akersberga nahe Stockholm. Er sei seit zehn Jahren Parteivorsitzender und wolle seinem Nachfolger für die Wahlen im nächsten Jahr die besten Voraussetzungen bieten. Löfven war im Juni nach einem Misstrauensvotum bereits schon einmal als Ministerpräsident zurückgetreten. Nach wenigen Tagen erhielt er im schwedischen Parlament aber wieder die nötige Unterstützung. Auslöser für die Regierungskrise war ein Streit um die Mietpreise für Neubauten.
tagesspiegel.de, faz.net

Merkel warnt Russland bei Ukraine-Besuch: Die deutsche Kanzlerin Angela Merkel und der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj haben Russland gewarnt, Gaslieferungen nach Europa als Druckmittel gegen die Ukraine einzusetzen. Die neue Ostseepipeline Nord Stream 2 dürfe als nicht als geopolitische Waffe benutzt werden, sagte Merkel bei einem Besuch in Kiew. Andernfalls werde es Sanktionen gegen Russland geben. Darauf hätten sich Deutschland und die USA verständigt. Zudem forderte Merkel Russland auf, einen existierenden Transitvertrag zur Beförderung von russischem Gas durch die Ukraine zu verlängern, der 2024 ausläuft. Mit Blick auf den Ostukraine-Konflikt sprach sich Merkel für einen neuen Gipfel aus. Das Treffen solle unter Beteiligung der Staatschefs aus Russland, Frankreich und der Ukraine stattfinden. Der Versuch, den Konflikt zu befrieden, sei bisher nicht gelungen. Der Friedensplan habe zwar Ruhe gebracht, diese sei allerdings weder dauerhaft noch nachhaltig.
tagesspiegel.de, zeit.de

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Warum Sie jetzt Ihren Plan B in der Tasche haben sollten: Am 26. September 2021 wird ein neuer Bundestag gewählt, als neue Bundesregierung sind alle möglichen Farbspiele denkbar. Unternehmerinnen und Unternehmer schauen voraus und investieren bereits heute in ein eigenes Unternehmen, eine Niederlassung oder eigene Immobilien in Belgien oder Luxemburg. Suchen Sie nach deutschsprachiger Unterstützung zur Realisierung Ihres Plan B zur Zukunftssicherung? Wir helfen Ihnen. Ernst Seemann GmbH, Handelshaus seit 1925. www.seemann.be – Telefon aus Deutschland: 0800-8077200.

Angriff auf jungen Mann mit Kippa in Köln: Ein 18-Jähriger mit einer jüdischen Kippa ist bei einem mutmaßlich antisemitischen Übergriff in Köln schwer verletzt worden. Der Mann hatte am späten Freitagabend mit einem Bekannten im Kaiser-Wilhelm-Park gesessen. Als sie gehen wollten, soll er aus einer etwa zehnköpfigen Gruppe heraus antisemitisch beleidigt worden sein. Der 18-Jährige habe sich nach dem Grund erkundigen wollen und sei schließlich geschlagen worden, erläuterte ein Sprecher der Ermittler. Einer aus der Gruppe habe dem Opfer zudem seine Kippa vom Kopf genommen. Rettungskräfte hätten das schwerverletzte Opfer unter anderem mit einem Jochbein-Bruch in eine Klinik gebracht. Die Präsidentin der Israelitischen Kultusgemeinde München und Oberbayern, Charlotte Knobloch, forderte harte Strafen für die Täter. Wenn jüdisches Leben nur versteckt in Deutschland möglich sei, dann habe es keine Zukunft, schrieb sie auf Twitter.
faz.net, stern.de, zeit.de

Sterbliche Überreste von Josephine Baker kommen ins Pantheon: Sie ist die erste schwarze Frau, der diese Ehre zuteilwird: Die französisch-amerikanische Tänzerin und Widerstandskämpferin Joséphine Baker wird im Pariser Pantheon beigesetzt. Das Pantheon ist eine Gedenkstätte für große Persönlichkeiten der französischen Geschichte aus Politik, Kultur und Wissenschaft. Unter den 80 dort Beigesetzten sind nur fünf Frauen. Nur der französische Präsident kann über die Beisetzung von Persönlichkeiten in der ehemaligen Kirche in Paris entscheiden. Baker kämpfte während des Zweiten Weltkriegs im französischen Widerstand. Dafür verlieh ihr General Charles de Gaulle nach Kriegsende das Band der französischen Ehrenlegion.
spiegel.de, dw.com

Corona-Proteste in Frankreich, Portugal lockert: In Frankreich sind am sechsten Samstag in Folge zahlreiche Menschen auf die Straße gegangen, um gegen die Gesundheitspolitik zu demonstrieren. Die Proteste richteten sich vor allem gegen die Impfpflicht für das Gesundheitspersonal und den sogenannten Gesundheitspass. In Portugal werden an diesem Montag Corona-Beschränkungen gelockert. Die Regierung begründete den Schritt mit der erfolgreichen Impfkampagne. 70 Prozent der Bevölkerung seien vollständig geimpft.
de.euronews.com

Deutschland 1: Linken-Chefin Wissler fordert Fortsetzung der Entwicklungshilfe in Afghanistan dw.com
Deutschland 2: Union in historischem Umfragetief bild.de
Schweiz: Impfgegner greift Politikerin an de.euronews.com
Griechenland: Verzweiflung auf Euböa nach Brand der Pinienwälder de.euronews.com
Tschechien: Berufe im Gesundheitswesen besonders beliebt dw.com

⊂ POLITJOBS ⊃

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⊂ ZULETZT ⊃

Griechen wollen Hitzewellen mit Namen versehen: In Griechenland wird wegen der Rekordtemperaturen dieses Sommers nun diskutiert, ob Hitzewellen nun – analog zu Stürmen – Namen erhalten sollen. So solle „der stumme Killer“ sichtbar gemacht werden, meldete am Samstag der britische „Guardian“. Seit Juni gab es in Griechenland zwei schwere Hitzewellen, die auch ungewöhnlich lange andauerten.
orf.at

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