Montag, 20. September 2021: Biden und Macron wollen im U-Boot-Streit miteinander reden, Schlechte Zeiten für Frauen in Afghanistan, Vulkan auf La Palma ausgebrochen

⊂ EUROPA ⊃

Biden und Macron wollen im U-Boot-Streit miteinander reden: Der Streit um den geplatzten U-Boot-Vertrag zwischen Frankreich und Australien belastet nach den Worten des französischen Außenministers Jean-Yves Le Drian die Zukunft der Nato. Der Vorfall habe Auswirkungen auf die Festlegung des neuen strategischen Konzepts der Verteidigungsallianz, sagte Le Drian am Samstag dem Sender France 2. Den Verbündeten Frankreichs warf er Lüge und Doppelzüngigkeit vor, die eine ernste Krise ausgelöst hätten. Australien wies den Vorwurf der Lüge zurück. Die Regierung in Canberra beharrte am Sonntag darauf, sie habe ihre Bedenken wegen der Probleme in dem U-Boot-Geschäft mit den Franzosen nicht zurückgehalten. Man sei freimütig, offen und ehrlich gewesen, sagte Verteidigungsminister Peter Dutton dem Sender Sky News Australia. Der französische Präsident Emmanuel Macron und sein US-Kollege Joe Biden wollen wegen dem Streit miteinander telefonieren. In den kommenden Tagen sei ein Telefongespräch geplant, Biden habe um den Austausch gebeten, hieß es am Sonntag aus dem Élyséepalast in Paris. Ein für diese Woche geplantes französisch-britisches Gipfeltreffen der Verteidigungsminister wurde abgesagt.
tagesspiegel.de, faz.net, zeit.de, theguardian.com

Brexit: Französische Fischer protestieren gegen neue Fischerei-Bestimmungen: In Armanville Plage, im Nordwesten Frankreichs, haben Menschen gegen neue Fischerei-Bestimmungen demonstriert. Die Seearbeiter sind wütend auf die englischen Behörden. Ab dem 1. Oktober können sie mit ihren bisherigen Fischereilizenzen nicht mehr in der Nähe der britischen Insel Jersey ihrer Arbeit nachgehen. Die Erneuerung ihrer Lizenzen gehen mit neuen Forderungen einher. Etwa sollen die Fischer nun anhand von GPS nachweisen, wo sie mit ihren Booten fischen. Seit dem Brexit gibt es Streit um den Zugang zu den Gewässern. Die Verhandlungen über die Fischereirechte im Rahmen des Handels- und Kooperationsabkommens zwischen dem Vereinigten Königreich und der EU dauern an, nachdem sie im Juli um weitere drei Monate verschoben wurden. Die Frist endet Ende des Monats.
de.euronews.com

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Globalisierung, Big Data, Datenbewirtschaftung – gelingt die digitale Transformation? Die Corona-Krise hat den deutschen Digitalisierungsbedarf in den Fokus gerückt. Nicht nur öffentliche Einrichtungen sind davon betroffen, auch der Mittelstand hat einiges nachzuholen. Das merkten viele Unternehmen als der Lockdown ihnen die Zeit verschaffte, sämtliche Geschäftsprozesse zu hinterfragen. Christoph Tönsgerlemann, Vorstand der ETL Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, begleitet den Mittelstand bei den Digitalisierungs- und Modernisierungsvorhaben, die jetzt dringend anstehen. Um den Unternehmen dabei zur Seite zu stehen, beleuchtet ETL WP stets den Digitalisierungsgrad; und ermöglicht den Wirtschaftsprüfern, selbst wichtige Impulse zu geben und dem Mittelstand mit realistischen Plänen und Zielen zur Seite zu stehen.
youtube.com (Talk mit Christoph Tönsgerlemann)

Kremlpartei Geeintes Russland bei Parlamentswahl vorn: Bei der Wahl der neuen Staatsduma hat sich die Kremlpartei Geeintes Russland laut Angaben der Zentralen Wahlkommission als stärkste Kraft behauptet. Nach Auszählung von mehr als 25 Prozent der Stimmzettel kam die Machtbasis von Präsident Wladimir Putin auf 45 Prozent. Die Kommunistische Partei, die angesichts der verbreiteten Unzufriedenheit mit der Politik des Kremls auf einen Stimmzuwachs hoffte, erhielt 22 Prozent. Die rechtspopulistische LDPR landete bei gut 8 und die Partei Gerechtes Russland bei etwa 7 Prozent – beide gelten als systemtreue Parteien. Die Abstimmung war von Korruptionsvorwürfen überschattet. Die Wahlbeobachtungsorganisation Golos erklärte, bei ihr seien fast 4.000 Berichte über Wahlbetrug eingegangen. Es gab zudem Berichte über Wählerzwang etwa unter Staatsbediensteten sowie über Mehrfachstimmabgaben. Bemängelt wurde auch, dass viele Putin-kritische Politiker nicht zur Wahl zugelassen worden waren. Der in einem Straflager in Russland inhaftierte Kremlgegener Alexej Nawalny hat nach Angaben der Behörden bei der Wahl nicht abstimmen dürfen. Außerdem hatten Google, YouTube, Apple sowie der Nachrichtenkanal Telegram die Wahlempfehlungs-App von Nawalny gelöscht.
tagesschau.de, zeit.de, tagesspiegel.de

Schlechte Zeiten für Frauen in Afghanistan: Die Taliban haben Mädchen und Frauen von weiterführenden Schulen ausgeschlossen. In einer Erklärung zum anstehenden Schulstart werden betont nur männliche Lehrer und Schüler aufgefordert, wieder am Unterricht der Sekundarschulen teilzunehmen, berichtete der britische Sender BBC. Weibliche Angestellte der Stadt Kabul sind nach Angaben des dortigen Interimsbürgermeisters aufgefordert worden, zu Hause zu bleiben. Die Taliban haben zudem das afghanische Frauenministerium Augenzeugen zufolge in den Sitz der Religionspolizei umgewandelt. Am Freitag brachten Arbeiter an dem Gebäude in Kabul ein Schild an mit der Aufschrift „Ministerium für Gebet und Orientierung sowie zur Förderung der Tugend und zur Verhinderung von Lastern“. Rund zwei Dutzend Aktivistinnen haben am Sonntag vor dem geschlossenen Frauenministerium protestiert. Unterdessen haben die Taliban Deutschland und andere Staaten um humanitäre Unterstützung gebeten. Dabei könne es sich um Investitionen, Wiederaufbauprojekte oder jede Art von humanitärer Unterstützung handeln, sagte ihr Sprecher Matiullah Ruhani am früheren Bundeswehr-Standort Kundus. Die afghanische Stadt Dschalalabad ist am Wochenende von mehreren Anschlägen erschüttert worden.
zeit.de (Schule); rnd.de (Angestellte); faz.net, derstandard.at (Frauenministerium); tagesschau.de (Unterstützung); berliner-zeitung.de (Dschalalabad)

Algerien: Abdelaziz Bouteflika beigesetzt – Frankreichs Präsident Macron würdigt algerischen Ex-Präsidenten deutschlandfunk.de
Gas- und Strompreise explodieren: Energiekrise bedroht Europas Wirtschaft n-tv.de
Corona: Langsam aber sicher hat die EU im Wettlauf um Impfstoffe die Oberhand gewonnen theguardian.com
Mehr als 10.000 Migranten an mexikanischer Grenze: USA planen mehr Abschiebeflüge nach Haiti zeit.de
Demo für Angeklagte der Kapitol-Erstürmung: Vier Festnahmen bei Demo von Trump-Anhängern vor dem US-Kapitol spiegel.de

⊂ ZITAT DES TAGES ⊃

Jeder Dritte ist noch unentschieden. Das sind 20 Millionen Menschen.
Grünen-Kanzlerkandidatin Annalena Baerbock zeigte sich vor der Wahl in Deutschland hoffnungsvoll.
faz.net

⊂ LÄNDER ⊃

Vier tote Migranten an der Grenze zwischen Polen und Belarus: An der Grenze zwischen Belarus und Polen sind nach Angaben von jeweiligen Grenzschutzvertretern vier Leichen gefunden worden. Der polnische Grenzschutz teilte mit, es seien die Leichen von drei Menschen in der Grenzregion zu Belarus entdeckt worden. Die Staatsanwaltschaft habe Ermittlungen zu den drei Todesfällen eingeleitet. Minsk vermeldete seinerseits, dass die Leiche einer aus dem Irak stammenden Migrantin in nur einem Meter Abstand zur Grenze nach Polen aufgefunden worden sei. Es gebe Hinweise, dass die Leiche der Irakerin von Polen nach Belarus „gezogen“ wurde, sagte ein belarussischer Grenzschutzvertreter der staatlichen Nachrichtenagentur Belta. In der Nähe der toten Frau hätten sich drei Kinder, ein Mann und eine ältere Frau aufgehalten. Sie seien alle irakischer Nationalität. Der Mann der toten Frau sagte laut Belta, polnische Sicherheitskräfte hätten die Gruppe zur Grenze gebracht und unter Drohungen gezwungen, nach Belarus zu gehen. Polens Premierminister Mateusz Morawiecki nannte keine weiteren Einzelheiten, erklärte aber auf Facebook, dass er mit dem Innenminister und dem Chef des Grenzschutzes in Kontakt stehe und dass mögliche Verbindungen zwischen diesen Ereignissen und den „belarussischen Provokationen“ an der polnischen Ostgrenze untersucht werden würden.
spiegel.de

Neues Flüchtlingscamp auf Samos eröffnet: Auf der griechischen Insel Samos ist ein neues „geschlossenes“ Flüchtlingslager für bis zu 3000 Menschen eröffnet worden. Das Camp ist mit Stacheldraht umzäunt und mit Überwachungskameras, Röntgenscannern und Magnettüren ausgestattet. Es verfügt zudem über ein Gefangenenlager und ist nur per elektronischem Chip zugänglich. Die Tore bleiben über Nacht geschlossen. Es ist eines von fünf geplanten derartigen Camps auf den ägäischen Inseln Leros, Lesbos, Kos, Chios und Samos. Die EU hat dafür 276 Millionen Euro bereitgestellt. Menschenrechtsgruppen kritisieren die neuen „geschlossenen“ Flüchtlingslager. Die Beschränkungen für die Migranten seien zu hoch.
n-tv.de

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Warum Sie jetzt Ihren Plan B in der Tasche haben sollten: Am 26. September 2021 wird ein neuer Bundestag gewählt, als neue Bundesregierung sind alle möglichen Farbspiele denkbar. Unternehmerinnen und Unternehmer schauen voraus und investieren bereits heute in ein eigenes Unternehmen, eine Niederlassung oder eigene Immobilien in Belgien oder Luxemburg. Suchen Sie nach deutschsprachiger Unterstützung zur Realisierung Ihres Plan B zur Zukunftssicherung? Wir helfen Ihnen. Ernst Seemann GmbH, Handelshaus seit 1925. www.seemann.be – Telefon aus Deutschland: 0800-8077200.

Vulkan auf La Palma ausgebrochen: Erstmals seit 50 Jahren ist auf der Kanareninsel La Palma der Vulkan Cumbre Vieja ausgebrochen. Eine Wolkensäule mit spritzender Lava stieg am Sonntag über dem Nationalpark Cumbre Vieja im Süden der Insel auf. Der spanische Sender TVE zeigte Aufnahmen von schwarzem und weißem Rauch, der über der knapp 2.000 Meter hohen Bergkette mit ihren Hunderten Vulkanen in die Höhe schoss. Ein Lavastrom ergoss sich entlang des Hangs und näherte sich einer Gruppe von Häusern. Wie die örtlichen Behörden auf Twitter mitteilten, wurde bereits damit begonnen, die nächstgelegenen bewohnten Gebiete zu evakuieren. Hinweise auf Verletzte gab es zunächst nicht. Der Ausbruch hatte sich in den vergangenen Tagen durch Tausende kleine Erdbeben von einer Stärke von bis zu 3,4 und eine leichte Anhebung des Erdbodens angekündigt.
tagesspiegel.de, zeit.de

Ukraine: Tausende demonstrieren für Rechte von LGBTQ+: Rund 7.000 Menschen versammelten sich am Sonntag in der ukrainischen Hauptstadt Kiew zum jährlichen Marsch der Gleichheit, um für die Rechte der LGBTQ+-Gemeinschaft des Landes einzutreten. Die Pride-Parade verlief ohne Zwischenfälle, obwohl Gewalt befürchtet wurde, da eine Gruppe von einigen hundert rechtsextremen Demonstranten eine Gegendemonstration in einem nahe gelegenen Park abhielt.
dw.com

Corona-Pass-Pflicht erhöht Impfbereitschaft in Italien: Ab dem 15. Oktober müssen alle Arbeitnehmer in Italien eine Coronaimpfung oder einen negativen Test vorweisen, um ihrer Arbeit nachzugehen. Diese Ankündigung hat offenbar zu einer deutlichen Zunahme der Impfbereitschaft geführt. Landesweit habe es einen Anstieg der Terminvereinbarungen für Erstimpfungen um 20 bis 40 Prozent im Vergleich zur Vorwoche gegeben, erklärten die italienischen Behörden. In der serbischen Hauptstadt Belgrad haben tausende Menschen gegen die mögliche Einführung eines Corona-Impfausweises demonstriert. In Kroatien demonstrierten tausende Menschen gegen die Einschränkungen des öffentlichen Lebens, die die Regierung im Kampf gegen das Coronavirus erlassen hat. Auch in der französischen Hauptstadt Paris gab es Proteste gegen die Corona-Maßnahmen der Regierung.
spiegel.de, de.euronews.com

Ungarn: Oppositionsbündnis bricht Vorwahl ab spiegel.de
Österreich: Kanzler Kurz fordert „mehr Fairness“ für Polen und Ungarn orf.at
Deutschland: Grüne werben im Wahl-Endspurt um Unentschlossene stuttgarter-nachrichten.de
Frankreich: Acht Covid-Intensivpatienten fliegen von Tahiti nach Paris de.euronews.com

⊂ POLITJOBS ⊃

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⊂ ZULETZT ⊃

Nathan Paulin balanciert über Paris: Der mehrfache Highline-Weltmeister, der Franzose Nathan Paulin, ist in Paris aufgetreten. Der 27-Jährige balancierte auf einem 670 Meter langen Seil, das zwischen dem Eiffelturm und dem Dach des Theaters Chaillot am Platz Trocadero gespannt war über den Fluss Seine. Das Kunststück am Samstag war Teil der Veranstaltungen in ganz Frankreich anlässlich des Tags des Nationalen Kulturerbes.
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