Mittwoch, 5. August 2020: Viele Tote und Tausende Verletzte nach Explosion in Beirut, EU hat Bedenken wegen Fitbit-Übernahme durch Google, Brexit treibt die Briten in die EU

⊂ EUROPA ⊃

Viele Tote und Tausende Verletzte nach Explosion in Beirut: Die libanesische Hauptstadt wurde am Dienstag von einer gewaltigen Explosion erschüttert. Bei den Detonationen im Hafengebiet Beiruts starben mindestens 70 Menschen, 3500 wurden verletzt, wie das Gesundheitsministerium bekanntgab. Das Auswärtige Amt in Berlin teilte mit, dass auch Mitarbeiter der Deutschen Botschaft verletzt worden seien. Die Ursache der Explosionen ist bisher unklar, die Sicherheitsbehörden vermuteten veraltetes explosives Material als Auslöser. Nach Angaben eines AFP-Reporters stand ein Schiff im Hafen von Beirut in Flammen. Die Nachrichtenagentur NNA berichtete, am Hafen sei in einem Lagerhaus Feuer ausgebrochen, was Detonationen ausgelöst hatte. Mehrere Länder haben dem Libanon Hilfe und Unterstützung zugesagt. Kanzlerin Angela Merkel zeigte sich erschüttert über die Katastrophe und kündigte ebenfalls an, Unterstützung anzubieten.
tagesspiegel.de, zdf.de, zeit.de

EU hat Bedenken wegen Fitbit-Übernahme durch Google: Die EU-Kommission wird die geplante Übernahme von Fitbit durch Google einer eingehenden Prüfung unterziehen. Man wolle sicherstellen, dass die Kontrolle, die Google infolge der Übernahme über Daten erhalte, nicht zu einer Verfälschung des Wettbewerbs führe, sagte die für Wettbewerb zuständige Kommissionsvizepräsidentin Margrethe Vestager am Dienstag. Die Kommission befürchtet, dass die Marktposition von Google auf den Märkten für Online-Werbung weiter gefestigt würde, da die riesige Datenmenge, über die Google bereits verfügt und die es zur Personalisierung von Werbeanzeigen nutzen könnte, durch die geplante Übernahme noch weiterwachsen würde.
ec.europa.eu, handelsblatt.com

Brexit treibt die Briten in die EU: Seit Großbritanniens Brexit-Referendum 2016 sind einer Studie zufolge jährlich rund 17.000 Menschen ausgewandert – das sind 30 Prozent mehr als im Zeitraum von 2008 bis 2015. Hauptursache für die Auswanderungen: Unsicherheit über die wirtschaftliche und soziale Situation in ihrer Heimat. Gleichzeitig lassen sich viele Briten, die bereits im EU-Ausland leben, einbürgern – der Studie zufolge vor allem deshalb, weil bisher keine Klarheit über die künftige Niederlassungsfreiheit für sie in der EU besteht.
n-tv.de

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Livestream statt Event: Das Coronavirus schränkt unser soziales Leben ein – richtigerweise müssen Menschen vor lebensgefährlichen Infektionen geschützt werden. Wenn Begegnungsräume nicht mehr erreichbar sind, verlieren wir Möglichkeiten zum Austausch und Lernen. Wer nach Verbindung sucht, nutzt digitale Alternativen. Wir unterstützen dabei, Begegnungen online zu schaffen – mit Veranstaltungsstreams können Sie die wichtigen menschlichen Verbindungen dennoch knüpfen.
livestreaming-berlin.tv

EZB-Chefvolkswirt nährt Spekulation über Ausweitung der Krisenhilfen: Die Europäische Zentralbank (ECB) sieht sich trotz konjunktureller Erholung weiter als Krisenhelfer gefordert. Die EZB sei darauf festgelegt, den notwendigen geldpolitischen Stimulus zu liefern, erklärte Chefvolkswirt Philip Lane am Dienstag in einem Blog-Eintrag. Auch wenn es der europäischen Wirtschaft nun wieder bessergehe, bleibe es ein langer Weg bis zu einer vollständigen Erholung. Sie sei weiter auf Unterstützung der EZB und der Regierungen angewiesen.
de.reuters.com

Deutsche Fregatte für EU-Mission ausgelaufen: Am Dienstag lief die Fregatte “Hamburg” aus, um im Rahmen der EU-Mission “Irini” das Waffenembargo gegen Libyen im Mittelmeer zu kontrollieren. 250 Soldaten befinden sich an Bord des Marineschiffs. Es ist das erste Mal, dass Deutschland eine Fregatte zu der EU-Mission entsendet. Die Aufgabe der nächsten fünf Monate ist die Kontrolle von Handelsschiffen und Fischerbooten, um illegale Waffenexporte aus Staaten wie Saudi-Arabien, Ägypten, der Türkei und Russland zu unterbinden. Kritik an der Mission kam von der Opposition. So bezweifelte Grünen-Politikerin Katja Keul, dass das Waffenembargo effektiv umgesetzt werden könne: “Über das Mittelmeer kommen vor allem Waffen für die anerkannte Regierung, die von der Türkei beliefert wird, während die Arabischen Emirate und Ägypten die Waffen über die Landgrenze liefern.”
tagesschau.de, ndr.de

Mehrheit der Deutschen befürwortet US-Truppenabzug: Einer YouGov-Umfrage zufolge befürworten 47 Prozent der Befragten eine Reduzierung der in Deutschland stationierten US-Soldaten. Rund 25 Prozent würden einen kompletten Abzug der Truppen unterstützen. Nur ein Drittel würde sich einen Verbleib aller US-Soldaten in Deutschland wünschen. Betrachtet man die Stimmung der Bevölkerung unter dem Gesichtspunkt des Wahlverhaltens, zeigt sich, dass nur Wähler der Union mit 45 Prozent mehrheitlich gegen eine Reduzierung der US-Soldaten sind. Die Wähler aller anderen Parteien befürworten einen Truppenabzug.
rnd.de

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2020 Progressive Governance Digital Summits Opening address: What’s at Stake: Progressive Visions for a Post-Covid Future with Yascha Mounk, Ophélie Omnes, Maja Göpel, Jeremy Cliffe, Max Neufeind, and Dominic Schwickert. 2020 Progressive Governance Digital Summit with more than 2,800 fellow progressives from 70+ countries, 114 speakers, 25 partner organisations.
progressive-governance.eu

⊂ ZITAT DES TAGES ⊃

Jetzt stehen wir vor einer Katastrophe für eine ganze Generation, durch die unermessliches menschliches Potenzial verschwendet, jahrzehntelanger Fortschritt untergraben und tief verwurzelte Ungleichheiten verschärft werden könnten.
UN-Generalsekretär Antonio Guterres warnte wegen der Schulschließungen im Kampf gegen das Coronavirus vor einer Katastrophe für eine ganze Generation. Dass die Schüler sicher zurück in den Unterricht gehen könnten, müsse oberste Priorität haben.
n-tv.de

⊂ LÄNDER ⊃

Ex-König Juan Carlos hält sich angeblich in Dominikanischer Republik auf: Der unter Korruptionsverdacht stehende spanische Ex-König Juan Carlos hat seine Heimat verlassen und ist ins Ausland umgesiedelt. Medienberichten zufolge soll er sich in der Dominikanischen Republik aufhalten. In dem Karibikstaat besitzt Juan Carlos’ kubanischer Millionärsfreund Pepe Fanjul einen luxuriösen Hotelkomplex. Spanische Staatsanwälte ermitteln wegen des Verdachts, dass der ehemalige König Juan Carlos von Saudi-Arabien während des Baus einer Bahnstrecke Schmiergelder in Millionenhöhe erhielt. Es geht um den Bau einer Hochgeschwindigkeitsstrecke zwischen den saudischen Städten Mekka und Medina durch ein spanisches Konsortium.
tagesspiegel.de, welt.de

Deutscher Politiker muss Besuch im Flüchtlingslager Moria auf Lesbos abbrechen: Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Armin Laschet hat einen Besuch im überfüllten Flüchtlingscamp Moria am Dienstag aus Sicherheitsgründen abgebrochen. Laschet hatte einen Besuch im sogenannten wilden Teil außerhalb des Camps geplant. Auf Anraten des örtlichen Sicherheitschefs wurde dies kurzfristig abgesagt. Zuvor hatten sich Gruppen afghanischer und afrikanischer Flüchtlinge versammelt, an Zäunen gerüttelt und “Free Moria!” skandiert. Mitarbeiter von Laschet verbreiteten zunächst, unter den Flüchtlingen sei das Gerücht umgegangen, Laschet sei der deutsche Regierungschef. Laschet spielte diese Deutung anschließend herunter: Angesichts der Zustände im Lager werde jeder Politiker zur Projektionsfläche für Hoffnungen, egal welcher Nationalität er sei. Europa dürfe Griechenland jetzt nicht alleinlassen.
tagesspiegel.de, sueddeutsche.de

Deutschland hebt Reisewarnung für Teile der Türkei auf: Die Türkei hatte lange darauf gedrungen, nun hob die deutsche Regierung die Reisewarnung für das Land teilweise auf. Das Auswärtige Amt teilte mit, dass die formelle Warnung vor touristischen Reisen in die türkischen Urlaubsregionen Antalya, Izmir, Aydin und Mugla entfällt. Für andere Orte, insbesondere die Metropole Istanbul, bleibt die Warnung aber vorerst bestehen. Die Grundlage für die Entscheidung ist eine Vereinbarung mit der Türkei über sicheren Reiseverkehr in der Pandemie. Das Tourismus- und Hygienekonzept der türkischen Regierung beinhaltet unter anderem einen verpflichtenden Corona-Test vor der Rückreise nach Deutschland. Die deutsche Linken-Politikerin Sevim Dagdelen kritisierte, die Entscheidung der Regierung komme einer Verbeugung vor dem türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan gleich. Sie äußerte zudem Zweifel an den türkischen Corona-Statistiken.
tagesschau.de, zeit.de, tagesschau.de

Maskenpflicht in Amsterdam und Rotterdam: Angesichts steigender Corona-Infektionszahlen führen Amsterdam und Rotterdam als erste niederländische Städte eine Maskenpflicht ein. Diese gelte für besonders belebte Plätze, Straßen und Geschäfte, teilten die Großstädte am Donnerstag mit. Die Pflicht soll vom 5. August an für alle Personen über 13 Jahren gelten. Die niederländische Regierung lehnt zwar eine allgemeine Maskenpflicht bisher ab, gestattet aber regionale Gebote. Bisher muss in den Niederlanden nur in öffentlichen Verkehrsmitteln eine Schutzmaske getragen werden.
faz.net

Zweite Welle in Frankreich laut Experten wahrscheinlich: Eine zweite Epidemie-Welle im Herbst oder Winter wird nun als “sehr wahrscheinlich” eingestuft, teilte ein wissenschaftlicher Rat von Experten mit, der die französische Regierung berät. Die Lage sei unter Kontrolle, aber unsicher. Inzwischen hat Präsident Emmanuel Macron einen Corona-Bonus von jeweils 500 Euro für die Beschäftigten in der Häuslichen Pflege angekündigt.
nau.ch, n-tv.de

Italien: Weit mehr Bürger infiziert als bislang angenommen faz.net
Polen verzeichnet Höchstwert bei neuen Corona-Infektionen n-tv.de
Griechenland: Größter Infektionsanstieg seit Wochen tagesspiegel.de

⊂ POLITJOBS ⊃

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⊂ MALHEUR ⊃

Spaniens Tourismus bricht ein: Die Pandemie ist verheerend für den Tourismus in Spanien: Kamen im Juni 2019 noch über 8,8 Millionen Touristen, so waren es in diesem Juni gerade einmal gut 200.000. Das ist ein Rückgang von fast 98 Prozent. Für den August ist keine Besserung in Sicht. Die Folge: Leere Hotels und Restaurants. Viele machen in den Touristengebieten erst gar nicht auf.
de.euronews.com

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