Freitag, 27. August 2021: IS bekennt sich zu Anschlag in Kabul, Macron wirbt für Steuerreform in Irland, Merkel beliebter als jeder andere Regierungschef der Welt

⊂ EUROPA ⊃

IS bekennt sich zu Anschlag in Kabul: Nahe dem Flughafen Kabul haben sich am Donnerstag zwei Explosionen ereignet. Pentagon-Sprecher John Kirby bestätigte, dass das Abbey Gate des Flughafens und das nahe gelegene Baron Hotel angegriffen wurden. Nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums haben sich mindestens zwei Selbstmordattentäter in die Luft gesprengt. Bei den Anschlägen sind zahlreiche Menschen verletzt und mindestens 60 Afghanen sowie 12 amerikanische Soldaten getötet worden. Der lokale Ableger des „Islamischen Staats“ (IS) reklamierte den Anschlag für sich. Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel sagte in Berlin, der Anschlag sei besonders niederträchtig gewesen, weil die Terroristen auf Menschen gezielt hätten, die auf ihre Ausreise, auf Frieden und Sicherheit gehofft hätten. In Gedanken sei sie bei den Opfern und ihren Angehörigen. Ihre für den 28. bis 30. August geplante Reise nach Israel sagte Merkel ab. Auch Nato-Generalsekretär Jens Stoltenberg verurteilte die Anschläge. Priorität der Nato bleibe es, möglichst schnell möglichst viele Menschen in Sicherheit zu bringen.
zdf.de, tagesspiegel.de, welt.de, tagesschau.de

Alle deutschen Soldaten haben Kabul verlassen: Vor dem Hintergrund der Anschläge in Afghanistan ist die deutsche Evakuierungsmission mit großer Eile beendet worden. Die Luftwaffe hat am Donnerstag alle deutschen Soldaten, Diplomaten und verbliebenen Polizisten ausgeflogen, erklärte Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer nach dem Start der letzten Maschine. Die Anschläge hätten gezeigt, dass eine Verlängerung des Afghanistan-Einsatzes nicht möglich gewesen wäre. Außenminister Heiko Maas betonte, es befänden sich noch deutsche Staatsbürger und Ortskräfte in Afghanistan. Man arbeite nun mit diplomatischen Mitteln daran, diese außer Landes zu bringen. Es gebe Gespräche mit den Taliban und den Nachbarstaaten. Großbritannien und Frankreich wollen ihre Evakuierungsflüge trotz der Anschläge fortsetzen. Die EU-Innenminister beraten am kommenden Dienstag in einer Sondersitzung über die Lage in Afghanistan. Besonders gefährdeten Afghanen sollten sichere Wege nach Europa ermöglicht werden, sagte ein EU-Kommissionssprecher.
tagesspiegel.de, br.de, n-tv.de, spiegel.de

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Globalisierung, Big Data, Datenbewirtschaftung – gelingt die digitale Transformation? Die Corona-Krise hat den deutschen Digitalisierungsbedarf in den Fokus gerückt. Nicht nur öffentliche Einrichtungen sind davon betroffen, auch der Mittelstand hat einiges nachzuholen. Das merkten viele Unternehmen als der Lockdown ihnen die Zeit verschaffte, sämtliche Geschäftsprozesse zu hinterfragen. Christoph Tönsgerlemann, Vorstand der ETL Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, begleitet den Mittelstand bei den Digitalisierungs- und Modernisierungsvorhaben, die jetzt dringend anstehen. Um den Unternehmen dabei zur Seite zu stehen, beleuchtet ETL WP stets den Digitalisierungsgrad; und ermöglicht den Wirtschaftsprüfern, selbst wichtige Impulse zu geben und dem Mittelstand mit realistischen Plänen und Zielen zur Seite zu stehen.
youtube.com (Talk mit Christoph Tönsgerlemann)

Afghanistans Frauen in Gefahr: In Italien haben sich am Donnerstag Vertreter der G20-Staaten getroffen, um über die Rechte von Frauen in Afghanistan zu sprechen. Noch ist nicht klar, wie die neuen Taliban-Machthaber in Afghanistan künftig vorgehen werden. Zwar haben sie den Schutz gewisser Rechte für Frauen und Mädchen zugesagt. Aber es gibt bereits Berichte über Einschränkungen für berufstätige Frauen, Angst vor Schließungen von Mädchenschulen und vor zunehmender Gewalt gegen Frauen.
de.euronews.com

EU besorgt über Lage in Libanon: Die EU beklagt eine sich rapide verschlechternde Situation im Libanon. Die Behörden hätten Mühe, wesentliche Dienstleistungen und Versorgungen aufrechtzuerhalten, und das libanesische Volk leide, sagte der EU-Botschafter im Libanon, Ralph Tarraf, laut örtlichen Medien am Donnerstag nach einem Treffen mit Präsident Michel Aoun und dem designierten Ministerpräsidenten Najib Mikati im Präsidentenpalast von Baabda. Tarraf rief die Verantwortlichen auf, eine Regierung zu bilden und notwendige Reformen zum Kampf gegen die Krise durchzusetzen. Die furchtbare Explosion in Akkar sei lediglich ein weiteres Beispiel dafür, dass die Menschen den Preis für politische Tatenlosigkeit zahlen müssten.
sueddeutsche.de

Deutschland erhält 2,25 Milliarden Euro aus dem Corona-Hilfsfonds der EU: Die Europäische Kommission hat am Donnerstag 2,25 Milliarden Euro als Vorfinanzierung an die Bundesrepublik ausgezahlt und damit 9 Prozent der Mittel, die Deutschland insgesamt aus der Aufbau- und Resilienzfazilität erhalten soll. Das Geld soll unter anderem für digitale öffentliche Dienstleistungen, die Förderung klimafreundlicher Wasserstofftechnologie sowie die Modernisierung und Digitalisierung von Krankenhäusern ausgegeben werden. 2,5 Milliarden Euro werden nach Angaben der Kommission eingesetzt, um Bürgern den Kauf von mehr als 800.000 klimafreundlichen Fahrzeugen zu ermöglichen. Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen betonte, die Coronakrise habe bewiesen, dass Gesundheit, Umwelt und Wirtschaft untrennbar zusammenhängen.
ec.europa.eu, handelsblatt.com

Zu nachlässig mit Ungarn: EU-Abgeordnete wollen Kommission verklagen de.euronews.com
CO2-Steuer: Wie Europa mit einer neuen Kohlenstoffsteuer China und die USA auf seine Seite bringen könnte cnbc.com
Europäische Zentralbank schließt mittelfristig höhere Inflation nicht mehr aus handelsblatt.com
Katar: Amnesty fordert Aufklärung zum Tod von Arbeitern tagesschau.de
USA: Sieben US-Polizisten verklagen Ex-Präsident Trump nach Sturm auf Kapitol spiegel.de

⊂ ZITAT DES TAGES ⊃

Lassen wir uns nicht täuschen: Afghanische Mädchen und Frauen sind kurz davor, ihre Freiheit und Würde wieder zu verlieren und in die bedrückende Lage zurückzufallen, in der sie vor zwei Jahrzehnten bereits waren. Sie könnten wieder zu Bürgern zweiter Klasse werden, denen Gewalt angetan wird und die systematisch benachteiligt werden, und das nur wegen ihres Geschlechts.
Italiens Ministerpräsident Mario Draghi hat die G20 aufgefordert, die Rechte der Frauen in Afghanistan zu schützen.
de.euronews.com

⊂ LÄNDER ⊃

Macron wirbt für Steuerreform in Irland: Bei seinem ersten Staatsbesuch in dem EU-Mitgliedsstaat hat Frankreichs Präsident Emmanuel Macron für eine Steuerreform geworben. Mehr als 130 Staaten haben kürzlich einem Mindeststeuersatz von 15 Prozent zugestimmt, Irland hält aber an seinen zwölfeinhalb Prozent fest. Damit gilt das Land für Unternehmer als eines der letzten Steuerparadiese innerhalb der EU. Das hat bereits zu Spannungen mit Frankreich geführt. „Ich respektiere das irische Wirtschaftsmodell der vergangenen zehn Jahre und ich denke, dass es sehr erfolgreich war. Doch nun ist die Situation ein andere. Die Welt nach COVID-19 wird eine andere. Und so werden einige grundsätzliche Änderungen unserer Geschäftsmodelle nötig sein“, sagte Macron. Auf der Tagesordnung standen außerdem das Protokoll zu Irland und Nordirland im Austrittsabkommen Großbritanniens aus der EU, außerdem die gemeinsame Landwirtschaftspolitik und die Haltung gegenüber Afghanistan.
de.euronews.com, de.euronews.com

Steinmeier und Zeman loben tschechisch-deutsche Beziehungen: Die Staatsoberhäupter Deutschlands und Tschechiens haben die enge Partnerschaft ihrer Länder als europäische Erfolgsgeschichte gewürdigt und zu ihrer Weiterentwicklung aufgerufen. Tschechiens Präsident Milos Zeman verwies bei einem Treffen mit dem deutschen Bundespräsidenten Frank-Walter Steinmeier in der Prager Burg unter anderem auf die deutsche Hilfe für sein Land in der Pandemie. Steinmeier meinte, die Partnerschaft habe ein so festes Fundament, dass sie unabhängig geworden sei von den jeweiligen politischen Konstellationen. Der Bundespräsident hatte am Vormittag in Prag einen Kranz für die zwei Widerstandskämpfer niedergelegt, die im Jahr 1942 einen Anschlag auf den deutschen SS-Obergruppenführer Reinhard Heydrich verübten.
handelsblatt.com

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Michel Barnier will französischer Präsident werden: Der frühere Brexit-Unterhändler der EU, Michel Barnier, will im kommenden Jahr bei der Präsidentschaftswahl in Frankreich kandidieren. Der 70-Jährige sagte am Donnerstag im Fernsehsender TF1 und in einem Interview der Zeitung „Figaro“, er wolle im April Amtsinhaber Emmanuel Macron herausfordern. Dafür muss sich Barnier zunächst einer internen Vorwahl seiner konservativen Partei Les Republicains (Die Republikaner) stellen. Inhaltlich will er unter anderem die Migrationspolitik und den Kampf gegen den Klimawandel in den Mittelpunkt seines Wahlkampfes stellen, wie Barnier auf TF1 sagte.
orf.at

Proteste gegen Impfvorschriften in Griechenland: Griechische Krankenhausangestellte haben am Donnerstag aus Protest gegen Corona-Impfvorschriften der Regierung für fünf Stunden die Arbeit niedergelegt. Vor dem Gesundheitsministerium in Athen protestierten etwa 300 Menschen gegen die Vorschrift, nach der Mitarbeiter von Krankenhäusern und Pflegeheimen mindestens einmal geimpft sein oder einen Nachweis darüber vorlegen müssen, dass sie eine Corona-Infektion überstanden haben. Wer dies nicht tut, wird ab kommenden Mittwoch von der Arbeit freigestellt.
tagesschau.de

Polen baut Grenzzaun, um Migranten aufzuhalten reuters.com
Migration über den Ärmelkanal: Frankreich hindert mehr als 10.000 Migranten an Überfahrt rnd.de
Deutschland: Kanzlerin Merkel verabschiedet sich von Afrika dw.com
Österreich: Ex-Vizekanzler Strache erwartet sein erstes Ibiza-Urteil n-tv.de
Spanien verbietet Düngemittel in der Nähe einer Salzwasserlagune, nachdem tote Fische angespült wurden theguardian.com

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⊂ ZULETZT ⊃

Merkel hat höhere Zustimmungswerte als jeder andere Regierungschef der Welt: Fast 16 Jahre nach ihrem Amtsantritt als Deutschlands Bundeskanzlerin sind die Zustimmungswerte für Angela Merkel in fünf großen europäischen Ländern und den Vereinigten Staaten nach wie vor höher als die jedes anderen derzeitigen Staatsoberhaupts der Welt, wie eine neue YouGov-Umfrage zeigt. Merkel erhielt positive Bewertungen von +61 in Spanien, +49 in Frankreich und +30 in Deutschland. Die Meinungen in Italien, den USA und dem Vereinigten Königreich waren mit +23, +17 und +15 etwas weniger positiv, aber von den anderen Staatsoberhäuptern der Welt kam nur US-Präsident Joe Biden auch nur annähernd an sie heran. Die Umfrage wurde vor den chaotischen Ereignissen in Afghanistan in diesem Monat durchgeführt.
theguardian.com

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