Freitag, 13. August 2021: Taliban erobern zweitgrößte afghanische Stadt Kandahar, Ausschreitungen gegen Syrer in der Türkei, Deutliche Kritik der USA und EU am polnischen Mediengesetz

⊂ EUROPA ⊃

Taliban erobern zweitgrößte afghanische Stadt Kandahar: Die Regierungstruppen in Afghanistan haben mittlerweile die Kontrolle über den größten Teil des Nordens und Westens von Afghanistan verloren. Die Taliban haben die zweitgrößte Stadt Kandahar und die drittgrößte Stadt Herat erobert. Außerdem fielen Kala-e Nau im Nordwesten und das strategisch wichtige Ghasni unweit von Kabul in die Hände der Extremisten. Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell appellierte an die afghanische Regierung, eine umfassende Übereinkunft mit den Taliban zu erzielen. Die Islamisten müssten ihrerseits sofort von Gewalt absehen und wieder reguläre und substanzielle Verhandlungen aufnehmen, schrieb Borrell in einer Erklärung. Deutschlands Außenminister Heiko Maas kündigte an, im Falle einer kompletten Eroberung Afghanistans durch die Taliban würden die deutschen Finanzhilfen gestoppt. Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer schloss einen erneuten internationalen Truppeneinsatz aus. Das Auswärtige Amt forderte alle Deutschen in Afghanistan auf, das Land schnell zu verlassen. Die USA wollen angesichts des Vormarsches der Taliban ihr Botschaftspersonal in den kommenden Wochen auf ein Minimum reduzieren. Außerdem sollen 3000 zusätzliche Soldaten an den Flughafen Kabul verlegt werden, um den geordneten Abzug von Teilen des Personals zu unterstützen, teilten das US-Außen- und Verteidigungsministerium am Donnerstag mit. Auch Großbritannien will mehrere Hundert weitere Streitkräfte nach Afghanistan schicken, die bei der Rückführung von Briten aus dem Land helfen sollen. Nach Deutschland und den Niederlanden haben auch Frankreich und Dänemark Abschiebungen nach Afghanistan offiziell ausgesetzt.
tagesspiegel.de, zeit.de, fr.de, faz.net, kurier.at

Dutzende Menschen aus Ärmelkanal gerettet: Im Ärmelkanal nahe der Stadt Calais sind rund 40 Migranten aus Seenot gerettet worden. Ihr Boot sei gesunken, wie die französische Präfektur mitteilte. Unter anderem hätten ein Schiff der französischen Marine und mehrere Fischerboote die Menschen aufgenommen, die mit ihren kleinen Booten eigentlich über die Meerenge nach Großbritannien gelangen wollten. Ein Mann sei später in einem Krankenhaus gestorben. Der britischen Regierung, die nach dem Brexit ein neues, rigides Einwanderungssystem eingeführt hat, sind die illegal ankommenden Migranten ein Dorn im Auge. London und Paris verständigten sich kürzlich darauf, ihre Kontrollen an den Küsten zu verstärken.
orf.at

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Globalisierung, Big Data, Datenbewirtschaftung – gelingt die digitale Transformation? Die Corona-Krise hat den deutschen Digitalisierungsbedarf in den Fokus gerückt. Nicht nur öffentliche Einrichtungen sind davon betroffen, auch der Mittelstand hat einiges nachzuholen. Das merkten viele Unternehmen als der Lockdown ihnen die Zeit verschaffte, sämtliche Geschäftsprozesse zu hinterfragen. Christoph Tönsgerlemann, Vorstand der ETL Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, begleitet den Mittelstand bei den Digitalisierungs- und Modernisierungsvorhaben, die jetzt dringend anstehen. Um den Unternehmen dabei zur Seite zu stehen, beleuchtet ETL WP stets den Digitalisierungsgrad; und ermöglicht den Wirtschaftsprüfern, selbst wichtige Impulse zu geben und dem Mittelstand mit realistischen Plänen und Zielen zur Seite zu stehen.
youtube.com (Talk mit Christoph Tönsgerlemann)

Ausschreitungen gegen Syrer in der Türkei: In der türkischen Hauptstadt Ankara haben hunderte Menschen Geschäfte und Häuser syrischer Flüchtlinge angegriffen. Wie ein Sprecher der Polizei mitteilte, zog der Mob durch den Bezirk Altindag, warf Steine auf Wohnungen, in denen er Syrer vermutete und plünderte Läden. Medien berichteten von zahlreichen Verletzten. Die türkische Regierung sprach von den schlimmsten Ausschreitungen gegen Flüchtlinge seit mehreren Jahren. Ein türkischer Teenager kam bei den Auseinandersetzungen ums Leben. Den Einsatzkräften zufolge sind 76 Personen festgenommen worden. Auslöser der Gewalt in Altindag war der Tod eines 18-jährigen Türken bei einer Messerstecherei mit Syrern am Dienstag. Ein anderer junger Türke wurde verletzt. In der Türkei leben momentan rund vier Millionen Flüchtlinge aus Syrien. In den vergangenen Monaten nahm auch die Zahl der Migranten aus Afghanistan zu.
tagesspiegel.de, deutschlandfunk.de, faz.net

COVID-19: EU führt Impfstoff-Marathon an ft.com
Europäische Staatsanwaltschaft: Bereits 1.200 Fälle in Arbeit deutschlandfunk.de
Venezuela: Gespräche zwischen der Regierung und Opposition für diesen Freitag geplant dw.com
Weltstrafgericht sieht Voraussetzung für Verfahren gegen Venezuela tagesspiegel.de
Sambia: Präsidentschaftswahlen inmitten der Wirtschaftskrise dw.com
Russland: Renommierter Hyperschall-Forscher wegen Hochverrats festgenommen stern.de

⊂ ZITAT DES TAGES ⊃

Die Herausforderung besteht jetzt darin, auf dem Gipfel von Glasgow sicherzustellen, dass alle großen Volkswirtschaften ausreichend ehrgeizige, messbare und überprüfbare Ziele für 2030 und Verpflichtungen zur Klimaneutralität ergreifen.
Der EU-Außenbeauftragte Josep Borrell hat die größten Volkswirtschaften der Welt dazu aufgerufen, sich bis zum Weltklimagipfel im November striktere Klimaschutzziele zu setzen.
orf.at

⊂ LÄNDER ⊃

Hagel und Regen könnten Feuer in Griechenland eindämmen: Im Mittelmeerraum geht der Kampf gegen zahlreiche Waldbrände weiter. Mehr als 500 Waldbrände beschäftigten die Feuerwehr in Italien in der Nacht zum Donnerstag. Das Gesundheitsministerium gab für Donnerstag und Freitag die höchste Hitzewellen-Stufe drei für viele italienische Städte heraus. In Griechenland entspannte sich die Lage aufgrund von Regenfällen etwas. Nach Berichten von Reportern erloschen viele Feuer sowohl auf der zweitgrößten Insel Euböa als auch auf der Halbinsel Peloponnes. Auch ein Großbrand in der türkischen Provinz Mugla im Südwesten des Landes ist mittlerweile unter Kontrolle. Der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis sieht die Klimakrise als Ursache der verheerenden Waldbrände. Alles müsse sich ändern, von der Ausrichtung der Wirtschaft bis zur Energiepolitik, sagte er bei einer Pressekonferenz. In der türkischen Schwarzmeer-Region gibt es nach heftigen Regenfällen schwere Überschwemmungen. Dabei kamen nach jüngsten Angaben mindestens elf Menschen ums Leben.
zeit.de, tagesschau.de, rnd.de, faz.net

Deutliche Kritik der USA und EU am polnischen Mediengesetz: Das neue polnische Mediengesetz ist international auf zunehmende Kritik gestoßen. US-Außenminister Antony Blinken sagte in Washington, das Gesetz laufe gemeinsamen Prinzipien und Werten der Nato-Staaten zuwider, für die moderne, demokratische Länder stünden. Der Präsident des Europaparlaments, David Sassoli, bezeichnete das verabschiedete Gesetz als ernst zu nehmende Gefahr für das unabhängige Fernsehen in Polen. EU-Kommissionsvizepräsidentin Vera Jourova betonte, Medienpluralität und Meinungsvielfalt seien etwas, das starke Demokratien willkommen hießen und nicht bekämpften. Mit der Novelle des Rundfunkgesetzes wird die Vergabe von polnischen Rundfunklizenzen an nicht-europäische Unternehmen erschwert. Betroffen ist vor allem ein regierungskritischer Sender, der zum US-Konzern Discovery gehört.
faz.net, tagesschau.de

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Warum Sie jetzt Ihren Plan B in der Tasche haben sollten: Am 26. September 2021 wird ein neuer Bundestag gewählt, als neue Bundesregierung sind alle möglichen Farbspiele denkbar. Unternehmerinnen und Unternehmer schauen voraus und investieren bereits heute in ein eigenes Unternehmen, eine Niederlassung oder eigene Immobilien in Belgien oder Luxemburg. Suchen Sie nach deutschsprachiger Unterstützung zur Realisierung Ihres Plan B zur Zukunftssicherung? Wir helfen Ihnen. Ernst Seemann GmbH, Handelshaus seit 1925. www.seemann.be – Telefon aus Deutschland: 0800-8077200.

Warum Frankreichs Gesundheitspersonal die Impfpflicht boykottiert: Als in Frankreich die vierte Corona-Welle anrollte, griff die Regierung zu kontroversen Maßnahmen, um die Impfquote zu erhöhen. Das Zuckerbrot, um die Franzosen zur Impfung zu bewegen, bestand darin, den Ungeimpften – etwa 30 Prozent der erwachsenen Bevölkerung – den Zugang zu Restaurants, Cafés und Bars zu erschweren. Mit der Peitsche sollen Beschäftigte im Gesundheitswesen dazu bewegt werden, sich bis zum 15. September impfen zu lassen. Diejenigen, die sich weigern, müssen mit einer unbezahlten Suspendierung ihres Vertrags rechnen. Beide Maßnahmen haben seit Wochen in Frankreich Massenproteste ausgelöst, bei denen häufig Slogans wie „Mein Körper, meine Entscheidung“, „Das Recht, Nein zu sagen“ und „Nein zur Zwangsimpfung“ zu hören waren.
de.euronews.com

Merkel soll Laschet aus dem Tief helfen: Angesichts wachsenden Unmuts in der Union setzt Kanzlerkandidat Armin Laschet auf Unterstützung von Kanzlerin Angela Merkel. Ein CDU-Sprecher kündigte an, dass die Kanzlerin im Wahlkampf auftreten werde. Sie werde am 21. August im Tempodrom in Berlin dabei sein, sagte der Sprecher auf „Tagesspiegel“-Anfrage. Mit der Veranstaltung will die Union die heiße Wahlkampfphase einläuten. Schleswig-Holsteins Ministerpräsident Daniel Günther sagte dem „Handelsblatt“ zum bisherigen Wahlkampf von Laschet: „Das überzeugt niemanden.“ Es brauche nun eine stärkere inhaltliche Auseinandersetzung. Der Anspruch der Union müsse es sein, bei mindestens 30 Prozent zu liegen – diesen Ansprüchen würden CDU/CSU derzeit nicht gerecht. Der Ost-Beauftragte der Bundesregierung und CDU-Bundestagsabgeordnete Marco Wanderwitz zeigte sich ebenfalls unzufrieden. Die Union habe es bisher nicht geschafft, den Bürgern deutlich zu machen, dass sie mit Laschet das beste Personalangebot und das beste inhaltliche Angebot habe.
tagesspiegel.de

Deutschland: Regierung stellt Bahn-Reisende auf langen Streik ein faz.net
Griechenland: Ministerpräsident Mitsotakis hat betont, dass es keinen neuen Lockdown geben wird orf.at
Spanien: 72 Prozent ein Mal geimpft – Spanien als Vorbild de.euronews.com
Konflikt mit Aserbaidschan: Armenien möchte neue Friedensgespräche n-tv.de
Von Belarus kommende Migranten: Ukraine liefert Litauen Grenz-Stacheldraht n-tv.de

⊂ POLITJOBS ⊃

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⊂ ZULETZT ⊃

Experten zweifeln am neuen EZB-Ziel: Experten sind unsicher, ob die Europäische Zentralbank (EZB) mit ihrer neuen Strategie die Inflation künftig stärker anschieben kann als bisher. Das geht aus einer Erhebung des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) unter 147 Finanzmarktexperten hervor, die der Nachrichtenagentur Reuters vorliegt. Danach gaben 49 Prozent der Befragten an, dass sie ihre Inflationsprognosen für 2021 bis 2023 wegen des EZB-Strategiewechsels nach oben korrigiert haben. Für 46 Prozent hatte der Strategiewechsel dagegen keine Auswirkungen auf ihre Inflationsprognosen. Etwa fünf Prozent erwarteten sogar einen negativen Einfluss.
n-tv.de

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