Donnerstag, 2. September 2021: Papst legt Merkel versehentlich Putin-Zitat zu Afghanistan in den Mund, Großer Ölteppich bewegt sich auf Küste von Zypern zu, Dänemark hebt alle Corona-Maßnahmen auf

⊂ EUROPA ⊃

Papst legt Merkel versehentlich Putin-Zitat zu Afghanistan in den Mund: Papst Franziskus zitierte Deutschlands Kanzlerin Angela Merkel mit diesem Satz: „Es ist notwendig, der unverantwortlichen Politik des Eingreifens von außen und des Aufbaus der Demokratie in anderen Ländern unter Ignorierung der Traditionen der Völker ein Ende zu setzen.“ Zwar hat auch Merkel angesichts des Afghanistan-Debakels betont, dass international künftig gut abgewogen werden müsse, wo man sich einsetzt – das Zitat stammt aber von Russlands Präsident Wladimir Putin. Am Mittwoch warf Putin den USA vor, mit ihrem Einsatz in Afghanistan nichts erreicht zu haben. Zwei Jahrzehnte lang hätten die US-Soldaten versucht, westliche Normen in Afghanistan zu verankern. Im Ergebnis habe dies zu einer schieren Tragödie mit vielen Verlusten geführt. Der ehemalige Oberbefehlshaber der westlichen Einheiten in Afghanistan, David Petraeus, sieht das Land nach dem US-Truppenabzug vor dem Zerfall. EU-Parlamentspräsident David Sassoli hat die Entscheidung der EU-Staaten kritisiert, vorerst keine Zusagen zur Aufnahme von Menschen aus Afghanistan zu machen. Nach dem Ende der Luftbrücke aus Afghanistan wagen viele Menschen die Flucht auf dem Landweg: Allein am Übergang Islam Kala an der Grenze zum Iran drängten sich Tausende Menschen, wie Augenzeugen der Nachrichtenagentur Reuters berichteten. Die Türkei ist zwar kein Nachbarland, doch nun schottet sich die türkische Regierung ab, denn die Geflüchteten sind nicht mehr willkommen. Der UN-Koordinator für Humanitäre Hilfe in Afghanistan, Ramiz Alakbarov, hat vor einer Hungerkatastrophe in Afghanistan gewarnt.
spiegel.de (Papst), rnd.de (Putin), welt.de (Petraeus), brf.be (Sassoli), zeit.de (Flucht), tagesschau.de (Türkei), rnd.de (Hunger)

EU weist WHO-Kritik an Auffrischungsimpfungen zurück: EU-Binnenmarktkommissar Thierry Breton hat Kritik der Weltgesundheitsorganisation (WHO) an Corona-Auffrischungsimpfungen wegen der weltweiten Ungleichverteilung des Impfstoffs zurückgewiesen. Die EU benötige für mögliche Auffrischungen geschätzt 300 bis 350 Millionen Dosen, sagte Breton. So viel Impfstoff werde in der EU in einem Monat produziert. WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus hat China wegen mangelnder Kooperation bei der Untersuchung des Ursprungs des Coronavirus kritisiert. Die WHO hat am Mittwoch ein Zentrum für Pandemie- und Epidemie-Aufklärung in Berlin eröffnet. Der neue Hub-Direktor Chikwe Ihekweazu wird nach Kanzlerin Angela Merkels Überzeugung eine wichtige Brücke in Richtung Afrika bauen, wo in manchen Staaten erst zwei Prozent der Bevölkerung geimpft seien. Die EU wird die Impfstoffherstellung auf dem afrikanischen Kontinent finanziell unterstützen, um sich gegen den Vorwurf des „Impfstoffnationalismus“ zu wehren. Frankreich hat für afrikanische Länder weitere zehn Millionen Coronaimpfdosen bereitgestellt.
tagesschau.de (Breton); n-tv.de (Ghebreyesus); faz.net (Zentrum); euractiv.com, aerzteblatt.de (Afrika)

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Globalisierung, Big Data, Datenbewirtschaftung – gelingt die digitale Transformation? Die Corona-Krise hat den deutschen Digitalisierungsbedarf in den Fokus gerückt. Nicht nur öffentliche Einrichtungen sind davon betroffen, auch der Mittelstand hat einiges nachzuholen. Das merkten viele Unternehmen als der Lockdown ihnen die Zeit verschaffte, sämtliche Geschäftsprozesse zu hinterfragen. Christoph Tönsgerlemann, Vorstand der ETL Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, begleitet den Mittelstand bei den Digitalisierungs- und Modernisierungsvorhaben, die jetzt dringend anstehen. Um den Unternehmen dabei zur Seite zu stehen, beleuchtet ETL WP stets den Digitalisierungsgrad; und ermöglicht den Wirtschaftsprüfern, selbst wichtige Impulse zu geben und dem Mittelstand mit realistischen Plänen und Zielen zur Seite zu stehen.
youtube.com (Talk mit Christoph Tönsgerlemann)

Belarus erwartet Waffenlieferung aus Russland: Der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko erwartet eine große Waffenlieferung aus Russland, darunter Dutzende Kampfflugzeuge, Hubschrauber und Luftabwehrsysteme. Bei der Ankündigung am Mittwoch betonte er den Schulterschluss mit Moskau und erklärte, die Streitkräfte seines Landes seien mit ihrem Schwerpunkt nach Westen ausgerichtet. Lukaschenko sieht sich vom Westen wegen seines harten Vorgehens gegen die Oppositionsbewegung isoliert und mit Sanktionen belegt. Unterdessen rücken Litauen und die USA auf militärischer Seite näher zusammen. Im Rahmen einer feierlichen Zeremonie ist in Grenznähe zu Belarus das Camp Herkus eingeweiht worden.
welt.de (Belarus), de.euronews.com (Litauen)

Tunesiens Opposition fordert mehr Unterstützung von der EU: Tunesiens Demokraten brauchen mehr Unterstützung von der EU und den europäischen Staaten, da dem nordafrikanischen Land eine monatelange Regierung per Präsidialdekret bevorsteht, sagte Ahmed Gaaloul, ein Funktionär der Ennahdha-Partei und ehemaliger Jugend- und Sportminister. Die Ennahda, die gemäßigte islamistische Partei und größte Fraktion im tunesischen Parlament, wurde von der Ankündigung von Präsident Kais Saied im Juli, Premierminister Hichem Mechichi zu entlassen, das Parlament auszusetzen und per Dekret zu regieren, überrumpelt.
euractiv.com

Neue EU-Energieeffizienzlabel für Lampen: Seit Mittwoch gilt in allen Läden und Online-Verkaufsstellen für Glühbirnen und andere Leuchtmittel eine neue Version des EU-Energielabels. Die Lampen tragen so wieder nur Kennungen zwischen „A“ als Bestnote und „G“ als schlechtester Bewertung. Die seit 2015 eingeführten Zwischenstufen wie „A++“, die viele Käufer verwirrten, fallen zugunsten der übersichtlicheren Skala weg. Die EU-Kommission erklärte den Schritt auch damit, dass die Hersteller die Energieeffizienz von Leuchtmitteln generell stark verbessert hätten.
heise.de

Fünfmal so viele Naturkatastrophen wie in den Siebzigerjahren: Die Zahl der wetter- oder klimabedingten Naturkatastrophen ist seit 1970 deutlich gestiegen. Zwischen 2000 und 2009 waren es fünfmal so viele Stürme, Überschwemmungen, Dürren und extreme Hitzeereignisse wie damals, berichtete die Weltwetterorganisation in Genf in einem Bericht. In den Siebzigerjahren ereigneten sich weltweit durchschnittlich 711 Wetterkatastrophen pro Jahr, doch von 2000 bis 2009 stieg diese Zahl auf 3536 pro Jahr oder fast zehn pro Tag. Seit 2010 ging die durchschnittliche Zahl der jährlichen Katastrophen etwas zurück und lag bei 3165.
spiegel.de

Gesunde, widerstandsfähige Wälder: Abgeordnete kritisieren neue Wald-Strategie der EU euractiv.com
Europäische Investitionsbank: EZB-Chefin Lagarde soll Ausschuss für Klima- und Umweltfragen angehören reuters.com
Studie: Geplante EU-Grenzsteuer auf Kohlenstoff wird Russland am stärksten treffen reuters.com
Umwelt: Welche europäischen Länder recyceln am meisten? eureporter.co
EU-Regulierung von Big Tech: Welche Summen Google, Facebook und Co. für Lobbyismus ausgeben tagesspiegel.de
Handelsstreit: EU-Parlament droht China mit Ausschluss von öffentlichen Ausschreibungen handelsblatt.com

⊂ ZITAT DES TAGES ⊃

Meiner Ansicht nach brauchen wir kein weiteres geopolitisches Ereignis dieser Art, um zu begreifen, dass die EU nach mehr Entscheidungsautonomie und größerer Handlungsfähigkeit in der Welt streben muss.
Als Konsequenz aus den Ereignissen in Afghanistan muss sich die Europäische Union nach den Worten von EU-Ratspräsident Charles Michel um mehr strategische Autonomie bemühen.
welt.de

⊂ LÄNDER ⊃

Großer Ölteppich bewegt sich auf Küste von Zypern zu: Ein riesiger Ölteppich treibt derzeit östlich der Mittelmeerinsel Zypern. Er bewegt sich westwärts und könnte die Küste im Nordosten der Urlaubsinsel bei der Landzunge Karpasia binnen Stunden erreichen. Das teilte der für die Umwelt zuständige zyprische Minister Kostas Kadis am Dienstag im zyprischen Rundfunk mit. Länder wie Griechenland seien bereit, beim Schutz der Küste Zyperns vor Verschmutzung zu helfen. Das Öl sei vor etwa einer Woche aus einem syrischen Elektrizitätswerk ins Meer gelangt.
faz.net

Google erhebt Einspruch gegen 500-Mio-Euro-Strafe in Frankreich: Google hat Berufung gegen die 500 Millionen Euro schwere Strafe eingelegt, die die französische Kartellbehörde im Zusammenhang mit einem Streit um die Nutzung von Nachrichten lokaler Anbieter verhängt hat. Man halte die Strafe für unangemessen, sagte der Chef von Google France, Sebastien Missoffe. Frankreichs Kartellwächter hatten Google bereits im April 2020 zu Verhandlungen mit Verlagen und Presseagenturen verpflichtet. Dabei geht es um eine Vergütung für das Anzeigen von urheberrechtlich geschützten Medieninhalten, wie sie die EU-Urheberrechtsnovelle von 2019 vorsieht, konkret um Nachrichten, Fotos und Videos von Medien, die bei Google oder YouTube angezeigt werden. Die Medienhäuser argumentieren, Google verdiene mit ihren Inhalten Geld durch Werbung, zahle aber keine Nutzungsgebühren.
handelsblatt.com, spiegel.de

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Warum Sie jetzt Ihren Plan B in der Tasche haben sollten: Am 26. September 2021 wird ein neuer Bundestag gewählt, als neue Bundesregierung sind alle möglichen Farbspiele denkbar. Unternehmerinnen und Unternehmer schauen voraus und investieren bereits heute in ein eigenes Unternehmen, eine Niederlassung oder eigene Immobilien in Belgien oder Luxemburg. Suchen Sie nach deutschsprachiger Unterstützung zur Realisierung Ihres Plan B zur Zukunftssicherung? Wir helfen Ihnen. Ernst Seemann GmbH, Handelshaus seit 1925. www.seemann.be – Telefon aus Deutschland: 0800-8077200.

Dänemark hebt alle Corona-Maßnahmen auf: Am 10. September beendet Dänemark trotz hoher Inzidenzen alle Corona-Maßnahmen. Schon jetzt dürfen die Dänen ohne Maske wieder Bahn fahren und ungetestet in Cafés sitzen. Am kommenden Freitag fallen die letzten Beschränkungen, COVID-19 gilt dann nicht länger als „für die Gesellschaft kritische Krankheit“. In Griechenland droht Tausenden nicht geimpften Pflegekräften die Entlassung. Beschäftigte von öffentlichen Krankenhäusern wollen deshalb an diesem Donnerstag in einen dreistündigen Streik treten und sich so gegen eine Impfpflicht in ihren Berufen wehren.
spiegel.de, n-tv.de (Dänemark); zeit.de (Griechenland)

Spanien will Mindestlohn erhöhen: Spanien erhöht zum dritten Mal binnen zwei Jahren den Mindestlohn. Das kündigte Regierungschef Pedro Sánchez am Mittwoch an. Er bekräftigte das Ziel seiner sozialistisch geführten Regierung, den Mindestlohn bis zum Ende der Legislaturperiode 2023 auf 60 Prozent des Durchschnittslohns anzuheben. Derzeit liegt der Wert bei 1108 Euro brutto im Monat im Durchschnitt von zwölf Monaten. Im europäischen Vergleich ist der spanische Mindestlohn immer noch gering; die Regierung Sánchez strebt daher die rasche Anhebung an.
n-tv.de

Biden und Selenskyj besprechen Bedrohungen durch Nord Stream 2: Bei einem Treffen am Mittwoch haben die Präsidenten der USA und der Ukraine, Joe Biden und Wolodymyr Selenskyj, eine Reihe von Energiefragen besprochen, darunter die Beseitigung der Folgen des Baus der Gaspipeline Nord Stream 2. Selenskyj erklärte zuvor, dass die Ukraine im Falle der Fertigstellung und Inbetriebnahme von Nord Stream 2 auf Garantien, nämlich Sanktionen, von den USA zähle.
ukrinform.de

Georgien: EU-Kritik wegen Darlehen für Reformprogramm euractiv.com
Deutsch-französische Flugtransport-Staffel nimmt Betrieb auf faz.net
Österreich: Wirtschafts- und Korruptionsstaatsanwaltschaft akzeptiert Straches Teilfreisprüche derstandard.at
Niederlande 1: Polizeigewerkschaft gegen Einbeziehung ziviler Beobachter bei Durchsuchungen theguardian.com
Niederlande 2: Homosexuelle können leichter Blut spenden zeit.de
Spanien: Über 500 km Autobahn sind nun mautfrei trans.info

⊂ POLITJOBS ⊃

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⊂ ZULETZT ⊃

Europäer für Regulierung von Kryptowährungen: In Zusammenarbeit mit dem britischen Meinungsforschungsunternehmen Redfield und Wilton Strategies hat Euronews Meinungen auf dem ganzen Kontinent gesammelt. Eine Mehrheit der Europäer wollen demnach, dass ihre eigenen Regierungen Kryptowährungen regulieren. Eine wachsende Zahl der Menschen würde auch nationale digitale Währungen unterstützen, um eine gewisse monetäre Unabhängigkeit von der EU zu erlangen. Im September will die EU-Kommission mit der Prüfung neuer Rechtsvorschriften beginnen, um einen neuen EU-weiten Regulierungsrahmen für Kryptowährungen zu schaffen.
de.euronews.com

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