Dienstag, 24. August 2021: USA wollen Evakuierungseinsatz in Afghanistan bis Ende August abschließen, Polen will Zaun an der Grenze zu Belarus errichten, Impfstoff aus Südafrika wird vor allem nach Europa geliefert

⊂ EUROPA ⊃

USA wollen Evakuierungseinsatz in Afghanistan bis Ende August abschließen: Das US-Verteidigungsministerium plant weiterhin einen Abzug aller amerikanischen Truppen vom Flughafen in Kabul bis Ende August. Großbritannien hatte die USA zuvor zu einer Fristverlängerung für das Ende der Evakuierungsflüge aufgefordert. Die deutsche Regierung befürwortet ebenfalls eine Verlängerung des US-Einsatzes. Die EU und Großbritannien halten eine Rettung aller Schutzbedürftigen aus Afghanistan bis Ende August angesichts der chaotischen Zustände am Flughafen für unrealistisch. Sie räumen allerdings auch ein, dass europäische Streitkräfte den Flughafen nicht ohne US-Unterstützung halten können. Die Taliban haben für den Fall eines verzögerten Abzugs der USA und ihrer Verbündeten aus Afghanistan mit Konsequenzen gedroht. Die deutsche Regierung redet nach Angaben von Außenminister Heiko Maas derzeit mit den USA und der Türkei darüber, ob der Flughafen in Kabul auch zivil weiter betrieben werden kann. Man stehe dazu auch mit den Taliban in Kontakt. Außerdem spreche man mit den Nachbarstaaten Afghanistans, damit diese Flüchtlinge aufnehmen, die das Land auf dem Landweg verlassen. Der Rat der EU wird am Donnerstag bei einem Sondertreffen die Lage in Afghanistan bewerten.
orf.at, zeit.de, spiegel.de, tagesschau.de, n-tv.de, tagesspiegel.de

Sicherheitskraft am Flughafen Kabul getötet: Die Evakuierungsaktion in Kabul wird immer schwieriger und gefährlicher. Am Montagmorgen wurden deutsche Soldaten vor dem Flughafen erstmals in ein Feuergefecht mit unbekannten Angreifern verwickelt. Dabei wurde eine afghanische Sicherheitskraft getötet, wie die Bundeswehr auf Twitter mitteilte. Alle deutschen Soldaten seien unverletzt geblieben. Mindestens sechs Verletzte kamen mit Schusswunden ins Krankenhaus. Das teilte die Nichtregierungsorganisation Emergency am Montag bei Twitter mit, die ein Krankenhaus in Kabul betreibt. Es sei aber keiner der Angeschossenen in Lebensgefahr. Weil der Zugang zum Flughafen kaum noch möglich ist, ist die Bundeswehr nun auch außerhalb des massiv gesicherten Geländes im Einsatz, um Menschen in Sicherheit zu bringen. Daran sind auch Elitesoldaten des Kommandos Spezialkräfte beteiligt.
zeit.de, zdf.de

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Globalisierung, Big Data, Datenbewirtschaftung – gelingt die digitale Transformation? Die Corona-Krise hat den deutschen Digitalisierungsbedarf in den Fokus gerückt. Nicht nur öffentliche Einrichtungen sind davon betroffen, auch der Mittelstand hat einiges nachzuholen. Das merkten viele Unternehmen als der Lockdown ihnen die Zeit verschaffte, sämtliche Geschäftsprozesse zu hinterfragen. Christoph Tönsgerlemann, Vorstand der ETL Wirtschaftsprüfungsgesellschaft, begleitet den Mittelstand bei den Digitalisierungs- und Modernisierungsvorhaben, die jetzt dringend anstehen. Um den Unternehmen dabei zur Seite zu stehen, beleuchtet ETL WP stets den Digitalisierungsgrad; und ermöglicht den Wirtschaftsprüfern, selbst wichtige Impulse zu geben und dem Mittelstand mit realistischen Plänen und Zielen zur Seite zu stehen.
youtube.com (Talk mit Christoph Tönsgerlemann)

Polen will Zaun an der Grenze zu Belarus errichten: Wegen illegal über Belarus einreisender Migranten hat Polen den Bau eines Grenzzauns zu Belarus angekündigt. Zudem sollen mehr Soldaten den Grenzschutz verstärken, schrieb Verteidigungsminister Mariusz Blaszczak auf Twitter. Am Montag warf der belarussische Präsident Alexander Lukaschenko Polen vor, die Staatsgrenze von Belarus verletzt zu haben. 50 Migranten seien unter Androhung von Waffengewalt zurück nach Belarus gedrängt worden, behauptete er laut der belarussischen Nachrichtenagentur Belta. Vor allem Polen und Litauen haben in diesem Jahr einen starken Anstieg bei den illegalen Grenzübertritten von Belarus aus verzeichnet. Die Regierungschefs Estlands, Lettlands, Litauens und Polens erklärten am Montag, der Andrang von Migranten an der östlichen Grenze der EU sei von Lukaschenko geplant und systematisch organisiert. Die drei baltischen Staaten und Polen wollen nun die Vereinten Nationen einschalten. Es sei höchste Zeit, die Uno, einschließlich des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen, auf die Misshandlung von Migranten auf belarussischem Territorium aufmerksam zu machen.
zeit.de, euractiv.de

Krim-Gipfel in Kiew: Bei einer Konferenz zur Zukunft der von Russland annektierten Halbinsel Krim haben Vertreter von etwa 50 Ländern das Vorgehen Moskaus erneut verurteilt. In einer gemeinsamen Erklärung riefen die Teilnehmer des Gipfels Russland dazu auf, die Menschenrechte auf der Krim zu beachten. Die russische Regierung solle zudem Beobachtermissionen der Vereinten Nationen und der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) den Zutritt zur Halbinsel ermöglichen. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte, Russland habe die Krim in den vergangenen sieben Jahren von einer Urlaubs- und Erholungsregion in einen ökologisch gefährdeten Militärstützpunkt verwandelt. Es gebe dort bereits mehr als 100 politische Gefangene. Er werde jedes politische und juristische Mittel nutzen, um die Krim zurückzuholen. EU-Ratspräsident Charles Michel sicherte die Unterstützung der Europäischen Union zu und versprach, die Ukraine nicht alleine zu lassen. Von russischer Seite wurde das Treffen in Kiew kritisiert. Russlands Außenminister Sergej Lawrow sprach von einem Hexensabbat.
tagesschau.de, zeit.de

Impfstoff aus Südafrika wird vor allem nach Europa geliefert: Der in Südafrika produzierte Impfstoff von Johnson & Johnson wird vor allem nach Europa geliefert, nicht aber auf den afrikanischen Kontinent. Nach Recherchen der “New York Times” blieben nur zwei Millionen Dosen in Südafrika, während mindestens 32 Millionen Dosen exportiert wurden, vor allem nach Europa. Während europäische Staaten ein Exportverbot für Medikamente erlassen haben, musste sich Südafrika verpflichten, keine Exportkontrollen für den im Land hergestellten Impfstoff zu verhängen. Südafrika hat mehr als 30 Millionen Dosen Johnson & Johnson bestellt, davon wurden bisher etwa zwei Millionen Dosen geliefert. Hätte Südafrika mehr Impfstoffe bekommen, hätten Menschenleben gerettet werden können, erklärte Matthew Kavanagh, Direktor der Global Health Policy and Governance Initiative an der Georgetown Universität, USA. „Die Impfstoff-Apartheid verlängert unnötigerweise das menschliche Leid, die ökonomische Ungleichheit, und sie sät die Samen für soziale Unruhen“, sagte Tlaleng Mofokeng, der UN-Sonderberichterstatter für ein Recht auf Gesundheit.
sueddeutsche.de

Flüchtlinge: Immer mehr Menschen flüchten aus Afghanistan – was macht die EU? de.euronews.com
Antibiotika-Beschränkungen geplant: Tierärzte sehen auch Haustiere in Gefahr rnd.de
Menschenwürdiges Leben: Die Maßnahmen des Parlaments für faire Mindestlöhne in der EU europarl.europa.eu
Konjunktur in Europa brummt und heizt die Preise an fuw.ch

⊂ ZITAT DES TAGES ⊃

Der Bedarf an humanitärer Hilfe nimmt mit der jüngsten Entwicklung zu. Wenn wir uns die Zahl der Binnenflüchtlinge ansehen, so ist diese mit fast 3,7 Millionen Menschen am höchsten. Und 80 Prozent von ihnen sind Frauen, Mädchen und Kinder.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen zur humanitären Hilfe für Afghanistan.
ec.europa.eu

⊂ LÄNDER ⊃

Deutsche Regierung streicht 50er-Inzidenz aus Gesetz: Künftig sollen keine Corona-Einschränkungen ab einer Inzidenz von 50 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner binnen sieben Tagen mehr greifen. Darauf hat sich das Corona-Kabinett mit Kanzlerin Angela Merkel und den Fachministerinnen und -ministern geeinigt. Stattdessen soll unter anderem die Belastung in den Krankenhäusern als ein neuer Maßstab im Infektionsschutzgesetz eingeführt werden. Mit Blick auf die Entwicklung der Infektionszahlen sagte Regierungssprecher Steffen Seibert, es handle sich mehr und mehr um eine Pandemie der Ungeimpften. Dänemarks Gesundheitsbehörden prüfen derzeit, wann im Impf-Plan ein dritter Piks relevant werden könnte, sagte der dänische Gesundheitsminister Magnus Heunicke am Montag. Die US-Arzneimittelbehörde FDA hat den Impfstoff der Unternehmen Biontech/Pfizer vollständig zugelassen. Nun soll eine Impfung mit dem Mittel für alle Mitglieder des US-Militärs Pflicht werden.
tagesschau.de, tagesspiegel.de, faz.net (Deutschland); merkur.de (Dänemark); rnd.de, spiegel.de (USA)

Neue Waldbrände auf Euböa und bei Athen: Zwei Wochen nach den Waldbränden in Griechenland sind an zwei Stellen erneut Feuer ausgebrochen. Im Süden der Insel Euböa mussten die Einwohner eines Dorfes in Sicherheit gebracht werden, weil ein Waldstück in Brand steht. Gegen Montagmittag brach dann auch rund 60 Kilometer nordwestlich von Athen ein Feuer aus. Betroffen ist ein dichtes Waldgebiet, in dem es schon in der vergangenen Woche tagelang gebrannt hat. Griechenland erlebte im August die schlimmste Hitzewelle seit Jahrzehnten, die mit einer verheerenden Waldbrandsaison einherging.
tagesschau.de

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Warum Sie jetzt Ihren Plan B in der Tasche haben sollten: Am 26. September 2021 wird ein neuer Bundestag gewählt, als neue Bundesregierung sind alle möglichen Farbspiele denkbar. Unternehmerinnen und Unternehmer schauen voraus und investieren bereits heute in ein eigenes Unternehmen, eine Niederlassung oder eigene Immobilien in Belgien oder Luxemburg. Suchen Sie nach deutschsprachiger Unterstützung zur Realisierung Ihres Plan B zur Zukunftssicherung? Wir helfen Ihnen. Ernst Seemann GmbH, Handelshaus seit 1925. www.seemann.be – Telefon aus Deutschland: 0800-8077200.

Zypern schickt Bootsflüchtlinge zurück in den Libanon: Erneut haben Migranten versucht, aus Libanon nach Zypern und damit in die EU überzusetzen. Zyperns Sicherheitsbehörden griffen am Wochenende zwei Boote mit 88 Menschen vor der Küste der Mittelmeerinsel auf. Der Staatsrundfunk (RIK) berichtete am Montag, ein Mann habe schwimmend die Küste erreicht. Die Behörden seien sicher, die Migranten seien in Libanon gestartet. Sie sollen, nachdem sie medizinisch kontrolliert wurden und Proviant erhalten haben, zurückgebracht werden, berichtete RIK.
sueddeutsche.de

Tschechiens Präsident Zeman fühlt sich vom eigenen Geheimdienst beschattet: Der tschechische Präsident Milos Zeman vermutet, im Visier des eigenen Geheimdienstes zu stehen, weil offenbar einige seiner engsten Mitarbeiter überwacht werden. „Wenn ich mich mit diesen Mitarbeitern am Telefon unterhalte, werde auch ich abgehört“, sagte der 76-Jährige der Zeitung „Blesk“. Ministerpräsident Andrej Babis habe ihm versprochen, diese Überwachung zu stoppen, doch sie dauere an. Dies habe er von einer Quelle im Inlandsgeheimdienst BIS erfahren.
spiegel.de

Deutschland: Erneuter Bahnstreik sorgt für Zugausfälle und -verspätungen ndr.de
Österreich: Ließ sich der frühere FPÖ-Chef Strache von Klinikbesitzer kaufen? faz.net
Nordmazedonien ruft Bevölkerung zu Impfungen auf tagesschau.de

⊂ POLITJOBS ⊃

+++ifok GmbH sucht eine:n Consultant (m/w/d) für das Themenfeld Verkehr und Mobilität+++Die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände (VhU) e.V. sucht eine:n Referent:in (m/w/d) für Verkehrs- und Logistikpolitik+++Die Südosteuropa-Gesellschaft sucht eine:n Wissenschaftliche:n Mitarbeiter:in (m/w/d)+++Der Verband der chemischen Industrie e.V. sucht eine:n Referent:in Europapolitik (m/w/d)+++Sea-Watch e.V. sucht eine kaufmännische Leitung (m/w/d)+++American Chamber of Commerce in Germany sucht eine:n Manager:in Events & Membership Engagement (m/w/d)+++Die SPD-Fraktion Hessen sucht eine:n parlamentarischen Referent:in (m/w/d) für den Hanau-Untersuchungsausschuss+++Die GIZ sucht eine:n Berater:in (m/w/d) für Digitalisierung Handel & Innovation+++Die Deutsche Unternehmensinitiative Energieeffizienz sucht eine:n Senior Dekarbonisierung der Industrie (w/d/m)+++bitkom sucht eine:n Referent:in (m/w/d) Health & Pharma+++bitkom sucht eine:n Referent:in Digital Banking & Financial Services (m/w/d)+++ Die deutsche Krebsgesellschaft e.V. sucht eine:n Referent:in Gesundheits- und Forschungspolitik (m/w/d)+++BRight Advisors sucht eine:n Werkstudent:in (w/m/d) im Bereich Public Affairs und Öffentlichkeitsarbeit+++Der Medizinische Fakultätentag e.V. sucht eine:n Referent:in (w/m/d) für Verbandskommunikation und Öffentlichkeitsarbeit+++Das Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und nukleare Sicherheit sucht eine:n Arbeitsgruppenleiter:in (m/w/d) auf Dauer mit der Funktion eines “Chief Data Officer” in der Arbeitsgruppe Z III 4 – Umweltinformationen, Daten, Künstliche Intelligenz+++Pivot Regulatory sucht eine:n Trainee Economics (m/w/d)+++Pivot Regulatory sucht eine:n Trainee Healthcare (m/w/d)+++Der Wirtschaftsrat der CDU e.V. sucht eine Assistenz (m/w/d) in der Verbandsentwicklung+++Die REWE Group sucht eine:n Praktikant:in (m/w/d) Public Affairs+++polisphere sucht eine:n Audiovisual Content Creator (m/w/d) als Werkstudent:in+++polisphere sucht Praktikant:innen (m/w/d) mit dem Schwerpunkt “Politikbetrieb im digitalen Wandel”+++adelphi sucht eine:n Consultant oder Advisor (m/w/d) im Bereich kommunaler Klimaschutz und integrierte Stadtentwicklung+++adelphi sucht eine:n Analyst (m/w/d) im Bereich kommunaler Klimaschutz und -anpassung+++Der Bundesverband Gesundheits-IT – bvitg e. V. sucht eine:n Referent:in (m/w/d) Politik+++

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⊂ ZULETZT ⊃

Junger Italiener ließ sich Impfpass-Code als Tattoo stechen: Mit der Tätowierung seines Corona-Impfnachweises hat es ein Italiener weltweit in die Medien geschafft. Andrea Colonnetta aus Reggio Calabria am südlichen Ende des italienischen Festlandes ließ sich einen QR-Code tätowieren, mit dem er direkt sein digitales Impf-Zertifikat anzeigen kann und hat es seitdem immer dabei. Medien auf der ganzen Welt berichteten über den jungen Mann, in den sozialen Medien kommentierten Hunderte Menschen seine Idee.
diepresse.com

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